
Lest einfach selbst und lasst Euch ein bisschen an die gute, alte Fahrschulzeit erinnern ;) Andreas klingt auf jeden Fall ähnlich lässig wie mein Fahrlehrer Norbert in Bielefeld damals.
Los geht’s!
Alte Autos und Urlaub... sind bei Weitem nicht alle Themen, über die hier erzählt wird.
Andreas Kernke
|
||
Welch ein Aufwand für ein altes Auto!Eine ganze Rolle Schweißdraht, zwei Flaschen Schutzgas, unzählige Flexscheiben, einige teure Meter frisch geschnittenen und gebogenen Blechs und reichlich lieber nicht zusammengerechnete Zeit hat es mich gekostet, um aus meinem maroden kleineren NSU-Ro 80-Geschwister wieder ein Fahrzeug mit einer aussichtsreichen Zukunft zu machen.
Zu machen? Ehrlich gesagt gehörte schon eine beachtliche Kreativität dazu, wie Knäckebrot knisternde und genauso brüchige oder gänzlich in Ferrum-Oxyd aufgelöste Automobilbaukonstruktionen künstlerisch gestaltend nachzuempfinden. Dass diese zudem auch eine dem kompletten Mikrokosmos dieses K 70 Halt und Stabilität gebende Funktion hatten – und nun auch hoffentlich wieder haben – war mir während meiner tagelangen Schweiß-Arien natürlich ständig gegenwärtig. |
||
![]() Es funkt, es zischt - zu seh'n ist nüscht! |
||
Irgendwann war dann endlich der letzte Schweißpunkt erloschen und das hitzegewellte Blech erkaltet. Wie ein eben zurück in die Erdatmosphäre eingetretenes ultrahoch aber – kurzerhitztes Spaceshuttle stand mein Brutzelobjekt nun in der verräucherten Garagenwerkstatt. Die bläulichen Schweißdämpfe waberten noch ewig um meine flexstaubdurchsetzten Haare. In all meinen schwitzigen Hautfalten hatte sich eine anmutige Schicht des nach allen Seiten gestobenen Metallabriebs versammelt. Mit vom Schweißen verblitzten und tränenden Augen torkelte ich in den gleißenden Sonnenschein vor meiner Garage. Gott sei’s gelobt und getrommelt – es war geschafft! Lediglich die vielen kleine Brandlöcher der ständig beim Schweißen heruntergefallenen, glühenden Schweißperlen in meine Socken erinnerten später noch an diese orgiastische Tätigkeit. |
||
|
||
Obwohl mich diese Arbeiten am K 70 unglaublich in Anspruch genommen hatten, wuchs jetzt ein unbarmherziger Drang nach Perfektion. Am Unterboden fand ich viele kleine Rostnester unter dem Unterbodenschutz. Beherzt bewaffnete ich mich mit einem angeschliffenen Schraubenzieher und befreite die komplette Karosserie von dieser zähen Masse. |
||
|
||
|
||