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Montag, 14. Februar 2011

Ein Fahrlehrer plaudert aus dem Verbandskästchen

DIESER BEITRAG STAMMT VON ALEX KAHL's "DER PROBEFAHRER.DE"

Andreas wies mich letztens auf einen kleinen Rechtschreibfehler auf dem Blog hin, nachdem er durch Sandmanns und meine Berichte zum CLS 63 AMG auf den Probefahrer aufmerksam wurde. Wir schrieben uns so hin und her und ich verhaftete ihn gleich für ein kleines Interview. Ein kleines Interview ist für die monumenalen aber hochinteressanten Antworten noch untertrieben, die Andreas, der bei Sandmann hin und wieder als El Gigante bloggt, mir gegeben hat.

Lest einfach selbst und lasst Euch ein bisschen an die gute, alte Fahrschulzeit erinnern ;) Andreas klingt auf jeden Fall ähnlich lässig wie mein
Fahrlehrer Norbert in Bielefeld damals.
Los geht’s!

K 70-Werft – 3. Teil

Folienscheibe und Folienmotorhaube
Ich hatte mir die allergrößte Mühe gegeben, den „braunen Feind aus meinem Auto“ zu verbannen. Immerhin gelang es dem fiesen Eisenbeißer, allein bei der Modellreihe VW K 70 (werksintern Typ 48), eine nahezu komplette Population von einstmals 211.127 Einheiten innerhalb von geschätzten zehn Jahren, quasi schrotthum, für neue Rostfraß-Gelage nach baldiger Wiedergeburt in Hochöfen vorzubereiten. Auch eine Auskunft vom Kraftfahrbundesamt in Flensburg spricht hier eine deutliche Sprache: im Heimatland dieses durchaus geschichtsträchtigen Automobils kann man die deutlich unter 500 zugelassenen Fahrzeuge nur noch zu einer „vom Aussterben bedrohten Masse“ und meine Garage zu einem der seltenen K 70-Reservate und somit zur K 70-Schutzzone erklären.

Sonntag, 6. Februar 2011

K 70-Werft – 2. Teil


Eine Restauration ist eine Materialschlacht

Beim Schweißen wird dem Metall Sauerstoff zugeführt

Welch ein Aufwand für ein altes Auto!

Eine ganze Rolle Schweißdraht, zwei Flaschen Schutzgas, unzählige Flexscheiben, einige teure Meter frisch geschnittenen und gebogenen Blechs und reichlich lieber nicht zusammengerechnete Zeit hat es mich gekostet, um aus meinem maroden kleineren NSU-Ro 80-Geschwister wieder ein Fahrzeug mit einer aussichtsreichen Zukunft zu machen.

Zu machen? Ehrlich gesagt gehörte schon eine beachtliche Kreativität dazu, wie Knäckebrot knisternde und genauso brüchige oder gänzlich in Ferrum-Oxyd aufgelöste Automobilbaukonstruktionen künstlerisch gestaltend nachzuempfinden. Dass diese zudem auch eine dem kompletten Mikrokosmos dieses K 70 Halt und Stabilität gebende Funktion hatten – und nun auch hoffentlich wieder haben – war mir während meiner tagelangen Schweiß-Arien natürlich ständig gegenwärtig.


Es funkt, es zischt - zu seh'n ist nüscht!

Irgendwann war dann endlich der letzte Schweißpunkt erloschen und das hitzegewellte Blech erkaltet.

Wie ein eben zurück in die Erdatmosphäre eingetretenes ultrahoch aber – kurzerhitztes Spaceshuttle stand mein Brutzelobjekt nun in der verräucherten Garagenwerkstatt. Die bläulichen Schweißdämpfe waberten noch ewig um meine flexstaubdurchsetzten Haare. In all meinen schwitzigen Hautfalten hatte sich eine anmutige Schicht des nach allen Seiten gestobenen Metallabriebs versammelt. Mit vom Schweißen verblitzten und tränenden Augen torkelte ich in den gleißenden Sonnenschein vor meiner Garage.

Gott sei’s gelobt und getrommelt – es war geschafft! Lediglich die vielen kleine Brandlöcher der ständig beim Schweißen heruntergefallenen, glühenden Schweißperlen in meine Socken erinnerten später noch an diese orgiastische Tätigkeit.

Ein makelloser Body... unten ohne!
Restaurierter Motorraum in "Sonnengelb"

Obwohl mich diese Arbeiten am K 70 unglaublich in Anspruch genommen hatten, wuchs jetzt ein unbarmherziger Drang nach Perfektion. Am Unterboden fand ich viele kleine Rostnester unter dem Unterbodenschutz. Beherzt bewaffnete ich mich mit einem angeschliffenen Schraubenzieher und befreite die komplette Karosserie von dieser zähen Masse.


Menschlicher Motor der Restauration
Eine Tage anhaltende und Handgelenk verschleißende Arbeit für Strafgefangene! Doch die anschließende Behandlung des Blechs mit Rostkonverter, Rostschutzfarbe und schließlich original „Sonnengelb“ sorgten für ein überzeugendes Ergebnis.

Der Vorteil: beschädigte Stellen am Unterboden können nun besser aufgefunden und ausgebessert werden. Auch die Radhäuser, sowie der Motor- und Kofferraum bekamen auf diese Weise wieder ihre Originalfarbe.

So viel Einsatz erfordert Kühlung










Über die aufwändigen Lackiervorbereitungen handelt der nächste Teil meiner K 70-Werft.

Sieht mit etwas Phantasie schon wieder aus, wie ein Auto