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14 Februar 2011

๐™† ๐Ÿณ๐Ÿฌ - ๐™’๐™š๐™ง๐™›๐™ฉ – 3. ๐˜›๐˜ฆ๐˜ช๐˜ญ

Folienscheibe und Folienmotorhaube
Ich hatte mir die allergrรถรŸte Mรผhe gegeben, den „braunen Feind aus meinem Auto“ zu verbannen. Immerhin gelang es dem fiesen EisenbeiรŸer, allein bei der Modellreihe VW K 70 (werksintern Typ 48), eine nahezu komplette Population von einstmals 211.127 Einheiten innerhalb von geschรคtzten zehn Jahren, quasi schrotthum, fรผr neue RostfraรŸ-Gelage nach baldiger Wiedergeburt in Hochรถfen vorzubereiten. Auch eine Auskunft vom Kraftfahrbundesamt in Flensburg spricht hier eine deutliche Sprache: im Heimatland dieses durchaus geschichtstrรคchtigen Automobils kann man die deutlich unter 500 zugelassenen Fahrzeuge nur noch zu einer „vom Aussterben bedrohten Masse“ und meine Garage zu einem der seltenen K 70-Reservate und somit zur K 70-Schutzzone erklรคren.
Lackierer Ralf bei der Arbeit
Nach einem umfangreichen Metallgemetzel stand mein „Baby“ nun also wieder stabil in der Garage. Allerdings bis auf „unten rum“ – da hatte ich alles, was noch immer rostig war, umgewandelt, vorgesorgt, geschรผtzt… und in Wagenfarbe „sonnengelb“ lackiert – war die Karosserie also eher nackt und unbehandelt.
Hรผtte unter Dampf!

Die Kosten fรผr eine Lackierung, unabhรคngig davon, ob fรผr ein altes oder ein neues Fahrzeug, werden immer durch ihre Vorbereitungen in die Hรถhe getrieben. Der Auftrag der edel glรคnzenden Farbschichten fรคllt dabei meist weniger ins Gewicht. Da Ralf gelernter Lackierer ist, versprach er mir, meinen Kasi „lackierfertig“ zu machen. Dieses Wort liest sich schnell, doch die Arbeit, die dahinter steckt ist mรผhsam, staubig, dreckig und dauert vor allem richtig lange. Zumindest, wenn es sich um mein Projekt handelt, bei dem das Fahrzeug nicht in wenigen Wochen schon wieder am normalen StraรŸenverkehr teilnehmen muss. Genauer gesagt hat die Vorbereitung zur Lackierung fast zwei Jahre gedauert.

Zauberei mit der Spritzpistole

Da wir aufgrund des anfallenden Staubes und der besseren Lichtverhรคltnisse mรถglichst meistens drauรŸen vor der Garage arbeiteten (…komisch – die Bilder sind alle von drinnen), mieden wir Kรคlte und schlechtes Wetter. Abgesehen davon, waren bei der Verarbeitung von Spachtel, Fรผller etc. auch gewisse Temperaturvorgaben einzuhalten. Damit Lust und Laune nicht unter die Rรคder kamen – es handelt sich ja schlieรŸlich um ein Hobby – wurde nicht jedes Wochenende in Staubwolken gehรผllt! So wurschtelten wir langsam ums Auto herum. An einem Wochenende die Kofferraumklappe, drei Wochenenden spรคter ein hinteres Seitenteil, zwei Wochen spรคter nochmal das gleiche Seitenteil usw.
K 70-Tรผren an der Decke = bequeme Arbeitshรถhe
Lackierer Ralf machte oftmals dicke Backen: die fรผr meinen Kasi benรถtigten Mengen an Spachtelmasse wรผrden normalerweise fรผr einen Bus reichen. Der Hitzeverzug beim SchweiรŸen hatte das Blech an vielen Stellen „wellaform“ gemacht. Hรคufig stand er gebรผckt am Fahrzeug, fรผhlte mit der flachen Hand รผber das eben gespachtelte und dann plan geschliffene, staubige Blech, rollte mit den Augen, lief rot an und fluchte „da sind immer noch Beulen“. Wenn ich Laie mich dann in gleicher Weise รผber die Wellen im Blech informieren wollte, fรผhlte ich nur… Blech, sonst nichts. Wahnsinn, wieviel Gespรผr ein Lackierer in den Hรคnden hat! „Pass auf – ich zeig’ dir, dass da wirklich noch Macken drin sind!“ schulte er mich und verteilte mit einem Schwamm Wasser auf der Stelle. Im Licht brach sich der Glanz tatsรคchlich und die eben noch imaginรคren Unebenheiten waren ganz deutlich zu erkennen. Zauberei!
Motorhaube und Kofferraumdeckel
So zogen sich die Arbeiten รผber Monate hin. Nebenher durfte ich meine „Fuchsfelgen“ schleifen. Von Hand!!! Sandstrahl wรคre erstens eine Riesensauerei geworden und zweitens, laut Fachmann, zu grob und zu aggressiv fรผr das Alu-Material. Mein Ehrgeiz sorgte dafรผr, dass ich fรผr alle vier Rรคder auch vier Wochenenden benรถtigte. Allerdings – der Aufwand der Handarbeit lohnte sich: nachdem die Felgen lackiert waren – Ralf durfte sie damals in der alten Lackiererei seines Arbeitgebers „Karmann“ in Osnabrรผck professionell lackieren – sahen sie besser aus als neu!
K70 Popo frisch gepudert!
Irgendwann war die letzte Lunke an der Karosserie beseitigt, das letzte Schleifpapier verbraucht. Das Werk stand kurz vor seiner Vollendung. An einigen Stellen war das Blech natรผrlich bis auf das blanke Metall heruntergeschliffen. Deshalb trug der Lackprofi mit seiner Farbsprรผhpistole eine Schicht Fรผller auf die gesamte Karosserie auf. Damit war mein Rohbau auch diesseits bestens vor Rost geschรผtzt. Fรผr den letzten Arbeitsgang, das Auftragen der ersten Farbschicht muss das ganze Fahrzeug jetzt nur noch einmal naรŸ und mit sehr feinem Schleifpapier abgeschliffen werden. Doch wie gut, dass die Zeit jetzt ohne Schรคden am Wagen vorbeigehen kann.
... und es wartet auf ein Zeichen
... das Projekt im Februar 2011
Im Zuge von Trennung und Scheidung von meiner damaligen Gemahlin, die meine “K 70-Mania” eh nicht mochte, ist viel Geld und Zeit verflossen. Zwischenzeitlich stand, glรผcklicherweise nur kurzfristig, sogar der Verkauf des unfertigen Restaurationsobjektes zur Debatte.
Steht eigentlich auf K 70
... sitzt aber die Lackierung des Rohbaus aus!
Inzwischen schlummert das Fahrzeug schon das 13. Jahr in meiner Garage. Langsam wird`s Zeit, oder? Mittlerweile bin ich schon im sechsten Jahr glรผcklich wiederverheiratet. Und glรผcklicherweise mag meine neue Frau meine K 70-Aktivitรคten. Die abschlieรŸende Ausfรผhrung der Restauration kommt immer hรคufiger ins Gesprรคch. Es fehlt zur Zeit allein das Geld fรผr die Lackierung…

Es wird!– da bin ich… sind wir uns sicher! Und dann gibt es auch einen 4. Teil aus der K 70-Werft.

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