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Donnerstag, 15. Januar 2026

𝐃𝐄𝐑 𝐑𝐄𝐒𝐓 𝐌𝐄𝐈𝐍𝐄𝐒 𝐋𝐄𝐁𝐄𝐍𝐒...

... 𝐁𝐄𝐆𝐈𝐍𝐍𝐓 𝐉𝐄𝐓𝐙𝐓!

Eigentlich war mein Renteneintritt erst mit sechsundsechzigeinhalb - also in zwei Jahren - geplant. Doch nun hat meine Gesundheit ganz energisch Einspruch erhoben und sowohl ungefragt als auch eigenmächtig einfach eine vollkommen andere Entscheidung getroffen.

Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt!
Das Leben ist nicht immer fair!

Gerade eben war ich noch konzentriert und tief in meine alltäglichen Strukturen des Fahrlehrerseins verwurzelt - im nächsten Moment katapultiert mich mein Schicksal einfach unbarmherzig geradewegs aus der gewohnten Umlaufbahn heraus.

Daher hocke ich nun noch etwas benommen neben mir und versuche zunächst mal, diese ungewohnte und neue Lebensphase zu beurteilen, in die ich quasi - ohne jegliche Möglichkeit einer Wahl - soeben unsanft hinein genötigt wurde. 

Ende eines Lebensabschnitts

Den unnachgiebigen Druck bringt dabei meine Gesundheit natürlich selbst in diese Situation.

Wie schon in meinem Blogpost >>"Point of no return"<< erklärt, haben leider meine Nieren infolge meines langjährigen Diabetesleidens Schaden genommen. Besonders die momentan auftretenden Begleiterscheinungen machen ein Weiterarbeiten als Fahrlehrer leider unmöglich.

Ärztlicherseits ist mir deshalb dringend empfohlen worden, beim Landesamt für Soziales einen Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen und somit in Erwerbsunfähigkeitsrente zu gehen. Dem habe ich mich gehorsam gefügt - schließlich gibt es keine Alternative.

Manchmal ist alles, was man sich unendlich wünscht,
dass alles wieder gut wird...

Natürlich sind diese Nachrichten bittere Neuigkeiten für meinen Arbeitgeber. Er hätte mich noch dringend zwei Jahre im Job gebraucht. Den unausweichlichen Verpflichtungen meiner Gesundheit und dem Rat der Ärzte kann er sich jedoch nicht widersetzen. Er hat sich nach einem sachlichen und vernünftigen Gespräch mit meinem Ausscheiden aus dem Beschäftigungsverhältnis abfinden müssen.

Doch trotz all der Schreckmomente, die mein gesundheitlicher Status mit sich bringt, finde ich schließlich auch wieder Zeit, klar und sachlich über meinen neuen Lebensabschnitt nachzudenken.

Dabei stelle ich nun fest, dass sich mir neue Perspektiven eröffnen. Klar, die gesundheitliche Lage schwebt zwar immer als dunkle Wolke drohend über mir. Doch es tauchen auch ein paar Aspekte auf, die ich durchaus positiv bewerte. 
  • Seit ich aus der täglichen Tretmühle ausgestiegen bin, verspüre ich plötzlich einen wesentlich niedrigeren Basisstresslevel - ich bin grundsätzlich nicht mehr so angespannt. Oder anders: ich bin deutlich entspannter! Alles kann - nichts muss!
  • Der Faktor Zeit, etwas Essentielles des Fahrlehreralltags - also die Uhrzeit, die Stunden - sie werden unwichtiger,  verlieren immer mehr an Gewicht!
  • Allein durch diese Veränderungen findet auch die Beziehung zu meiner Frau auf eine neue, bessere Ebene. Zumindest meinerseits stand häufig der Job zwischen uns, denn ich konnte oftmals nur schwer abschalten. Also tritt auch hier eine gewisse Entspannung ein!

Noch Seite an Seite mit dem T - Roc, nachdem ich meinen AUDI aus der hintersten Ecke der Garage gegraben habe.

Das Wetter begrüßt meinen AUDI in seiner bekannt liebenswürdigen Weise... mit norddeutschem Schneegestöber.
Mein Wechsel in die Rente wirkt sich nun auch auf die Geschichte meiner Mobilität und meines Autos aus. Die letzten elf Jahre war ich beruflich und privat ausschließlich mit Fahrschulautos (1 x Toyota Auris, 1 x VW Golf Sportsvan, 3 x VW T-Roc) unter der sogenannten Ein-Prozent-Regel unterwegs. Wegen der privaten Nutzung wurden monatlich pauschal 1 Prozent des Bruttolistenpreises des Firmenwagens als geldwerter Vorteil plus 0,03 % pro Kilometer einfacher Arbeitsweg versteuert. Nachdem ich damals auf dieses System umgestiegen war, stellte ich meinen Privatwagen einfach trocken und geschützt in der Garage ab.

Deshalb steht nun das Re-Entry meines geliebten, kleinen AUDI A2 auf dem Programm. Also habe ich ihn aus der hintersten Ecke seines Verlieses wieder herausgepult. Obwohl die Batterie über die Zeit hinweg an ein Batterieerhaltungsladegerät angeschlossen war, ließ sich der Motor nur mit unserem Booster starten (mittlerweile wurde eine neue Batterie eingebaut). Der 1,4 Liter TDI lief dann aber sofort ohne jegliche Auffälligkeiten. Die Reifen wurden wieder auf den üblichen Luftdruck gebracht bzw. ich habe auf Winterbereifung gewechselt. Im Innenraum musste ich ein paar Spinnweben entfernen, aussaugen und sauber machen.

Jetzt steht natürlich eine Hauptuntersuchung an. Anschließend wird der A2 wieder zugelassen. Ich bin echt froh, ihn damals nicht verkauft zu haben und freue ich mich, ihn zukünftig wieder fahren zu können! Welcome back to life!

Auf geht's zur Werkstatt und zur HU

Es geht nach Brockum zu Jürgen Jülke

Ort der Hauptuntersuchung 
Vielen lieben Dank an Jasmin & Domo für die Zurverfügungstellung Eures Trailers!

Am Tag der Hauptuntersuchung läuft es für meinen kleinen AUDI dann wie geschmiert. Jürgen hatte den technischen Zustand des Fahrzeugs vorab schonmal durchgecheckt und für gut befunden. Deshalb gibt es nun für den ausführenden Ingenieur auch keinen triftigen Grund, meinem Auto die Plakette für die nächsten zwei Jahre zu verweigern.

Zur Anmeldung beim Straßenverkehrsamt ist dort dann allerdings das ursprüngliche Kennzeichen DH DI 999 vergriffen. Es ist dann aber zum Glück möglich, meinen A2 in Anlehnung an Olivia's A2 - er trägt das Kennzeichen DH AO 999 - mit dem Kennzeichen DH OA 999 registrieren zu lassen.   
Fazit: nach elf Jahren Dornröschenschlaf ist mein AUDI A2 - er hat immerhin auch schon fast 25 Jahre auf dem Aluminuim-Buckel! - wieder zurück im öffentlichen Straßenverkehr!

„Jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne“ Hermann Hesse

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