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26 Dezember 2015

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Gibt es fรผr Dienstleister, wie es auch ein DJ nun mal ist, eigentlich eine Pflicht zu blindem Gehorsam?

Zur Sache:

Zugegeben, manchmal kรถnnen Auftraggeber echt nervig sein.

Beispiel: die SOUNDBOX war engagiert fรผr einen dreiรŸigsten Geburtstag. Doch Gastgeber, Auftraggeber und Geburtstags"kind" – alles in einer Person – hatte seltsame Vorstellungen von seiner Party bzw. der Musik, die dabei gespielt werden sollte. Obwohl ich mir bei der telefonischen Auftragsannahme alle Mรผhe gab ihn davon abzubringen, bestand er unnachgiebig darauf, dass auf seiner Geburtstagsfeier ausschlieรŸlich die frischesten Hits der Charts zu hรถren sein sollten – NICHTS anderes!

Natรผrlich kam es hรคufiger mal vor, dass sich jemand vorab mit solchen Wรผnschen oder Einschrรคnkungen gehรถrig verschรคtzte. Daher registrierte und akzeptierte ich den Wunsch meines Kunden zwar zunรคchst gehorsam – hoffte aber instรคndig, dass ich die endgรผltig passende Musikmischung dann, wie eigentlich immer รผblich, wรคhrend seiner Party finden wรผrde.

Logischerweise spielen fรผr jede Feier bei der Musikauswahl einige unvorhersehbare Faktoren eine entscheidende Rolle. Denn vor Ort flieรŸen zum Beispiel besonders das Alter der Gรคste, ihr potentieller Geschmack, ihre Musikwรผnsche sowie ihre momentane Stimmung in die Auswahl der zu spielenden Musik ein. Genau genommen macht es gerade solch eine „Live“- Veranstaltung aus, dass der DJ diese Faktoren in seine Musikauswahl einflieรŸen lassen kann bzw. muss. Anderenfalls kรถnnte er ja ebenso eine, dem vorab geรคuรŸerten Wunsch des Auftragsgeber entsprechende, vorbereitete Playlist oder einfach eine passende CD abspielen. Der Aufbau einer Party- oder gar Tanzstimmung wรคre damit jedoch eher zufรคllig bis unwahrscheinlich.


Wรคhrend nun die SOUNDBOX bei der Feier des Sturkopfes auf ihren Einsatz wartete, strรถmten immer mehr geladene Gรคste in den Festsaal. Und wie ich es bereits erwartet hatte, passte diese Gesellschaft definitiv nicht zum einstmals geรคuรŸerten Musikwunsch des Auftraggebers.

Denn die durchschnittlich deutlich รคlteren Gรคste konnte ich unmรถglich ausschlieรŸlich mit den aktuellsten Chart-Hits unterhalten – das hรคtte ziemlich wahrscheinlich zu ihrer allgemeinen Verรคrgerung gefรผhrt.

Also erรถffnete ich zwar den Tanz mit der Wunschmusik des Auftragsgebers, schwenkte jedoch spรคter zur Musik herรผber, nach der auch das restliche Publikum tanzen mochte. Und tatsรคchlich war die Tanzflรคche fortan stรคndig gut besucht.

Trotzdem beschwerte sich der Gastgeber schon bald bei mir, dass ich nicht SEINE Wรผnsche spielte. 
Meinen freundlichen Hinweis auf die stets volle Tanzflรคche ignorierte er schlichtweg. Immer wieder gestikulierte er - sogar wรคhrend des Tanzens - und bedeutete mir aus der Ferne, dass ich die aktuellen Charts spielen sollte... er nervte damit die ganze Nacht hindurch.

Am Ende dieser Party holten sich einige Gรคste meine Visitenkarten und beim Verabschieden riefen sie mir zu, dass meine Musik „verdammt gut“ war. Nachdem dann meine PA-Anlage schlieรŸlich wieder ordnungsgemรครŸ im Anhรคnger verstaut war, wollte der Gastgeber natรผrlich wissen, wieviel er mir nun schuldete. Meinen Preis kommentierte er dann schnippisch mit den Worten, dass ihm diese Summe ja schwer abgehe. Es hรคtte ihm halt nicht gefallen, dass ich mich in der Auswahl der Musik eben zu selten an seine strikte Vorgabe gehalten habe.

Diese Aussage zeigte jedoch deutlich, wie schlecht er den Erfolg seiner eigenen Feier einzuschรคtzen verstand. Die Meinung der breiten Masse, dieses รผberaus zufriedenen Publikums, war mir im Ergebnis jedenfalls wesentlich wichtiger und natรผrlich auch aussagekrรคftiger.

Meine Entscheidung, auf dieser Feier Rรผcksicht auf die ร„lteren genommen zu haben, sollte sich รผbrigens spรคter noch nachdrรผcklich in barer Mรผnze auszahlen. Durch diesen erfolgreichen Auftritt entstanden nรคmlich eine Handvoll weitere Termine. Glรผcklicherweise schrieb mir bei diesen dann aber niemand vor, welche Musik ich zu spielen hatte. Und natรผrlich feierte auch der ehemals so bestimmende Gastgeber immer begeistert mit. Oftmals zwinkerte er mir beim Tanzen sogar grinsend zu. Irgendwie muss ich wohl doch alles richtig gemacht haben.


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