<<Kapitel 14<<
Die Crรจme-Veranstaltung aller jรคhrlicher Partys dรผrfte wohl fรผr die meisten Discjockey eine Silvesterfeier sein. Denn wenn das Partyvolk zu dieser beliebten Veranstaltung anlรคsslich eines Jahreswechsels zum Feiern auflรคuft, wird dem "Musikanten" das Arbeiten recht leicht gemacht, da die allermeisten Gรคste ja schon in entsprechend bester Laune erscheinen.
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Man kann also bei einer Silvesterfeier erwarten, dass die Tanzflรคche tendenziell die ganze Nacht gut besucht sein wird – so war es jedenfalls stets bei der SOUNDBOX. Mir gefielen Auftritte generell insbesondere immer dann, wenn sie vorab einen gewissen Stil versprachen. Daher stand ich ehrlich gesagt eigentlich nie unbedingt auf Groรveranstaltungen in Zelten mit freiem Eintritt und alkoholisiert randalierendem Pรถbel.
Mit genau DEM hatte ich allerdings manchmal schon im Vorfeld so meine unliebsamen Begegnungen. Ich entsinne mich da an das Einladen meiner PA ins Auto am Vormittag eines kalten Silvestertages. Mein Wagen stand offen vor dem Haus und ich trug gerade eine meiner schwersten Plattenkisten zur Haustรผr hinaus. Plรถtzlich blitzte es grell und ein ohrenbetรคubender Knall samt Druckwelle durchfuhr den ganzen Ort. Ich erschrak derart, dass mir wirklich fast das Herz stehen blieb und mir die schwere Kiste beinahe auf die Fรผรe gefallen wรคre.
Na ja, jeder kennt ja (mehr oder weniger) jugendliche Nachbarn, die schon Tage - ach was sage ich, Wochen!- vor und nach der eigentlichen Silvesternacht die ganze Gegend mit Detonationen wie im Krieg terrorisieren. Das jedoch ist natรผrlich eine ganz andere Geschichte.
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Zu den Silvesterfeiern fรผhrten die Gaststรคtten normalerweise eine Gรคsteliste. Die Gรคste konnten also schon Wochen vor dem groรen Ereignis Plรคtze fรผr das Fest reservieren. Die Herrschaften bezahlten vorab und meistens pauschal. Extra fรผr diese Events wurde natรผrlich dann auch ein reichhaltiges und stets hochwertiges Menรผ geboten.
Der Saal wurde รผblicherweise feierlich geschmรผckt. Obendrein hรผllten sich auch alle Gรคste dem Anlass entsprechend in edles Gewand. Leute, die zu dieser Veranstaltung kamen, wollten folglich einfach formvollendet und standesgemรคร feiern.
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Viele meiner werten DJ-Kollegen berechneten ihren Silvesterauftritt zum zwei- oder gar dreifachen Preis dessen, was normalerweise das Jahr รผber fรคllig wurde. Sicherlich war es eine kaufmรคnnische Dummheit von mir, dieses allgemein รผbliche Geschรคftsgebaren nicht mitzutragen. Doch natรผrlich weiร auch ich, dass Moral und Geld sich nur schlecht vertragen. Deshalb habe ich stets den Preis eines normalen SOUNDBOX-Auftritts lediglich moderat erhรถht, nie jedoch verdoppelt oder verdreifacht. Jedes Silvester-Publikum qualifizierte sich also, wie bereits gesagt, durch seine besondere Tanzfreude. Selten im Jahr waren alle Gรคste zugleich derart eifrig am Tanzen. Deshalb hatte auch ich an eben diesen Feiern immer meinen besonderen Spaร. Pรผnktlich um Mitternacht rรผckte ich dann als DJ natรผrlich stets schlagartig aus dem direkten Fokus der Aufmerksamkeit des Publikums. Die letzten Tanzschritte und Drehungen hatte es oftmals noch nicht ganz beendet, da griff jede(r) Einzelne schnell ein bereitgestelltes Sektglas, hรผllte sich in eine warme Jacke… und wie nach einer Bombenwarnung stand ich keine dreiรig Sekunden spรคter unbeachtet und mutterseelenallein auf der Bรผhne. Drauรen knallten die mitgebrachten Bรถller, pfiffen und zischten bunte Raketen und Leuchtkugeln durch die zumeist kohlrabenschwarze Nacht. Lรคngst hatte ich die Musiklautstรคrke auf ein unaufdringliches Maร heruntergezogen. Da stand ich nun, durch den Jahreswechsel im Moment etwas unsanft an den Rand des Parygeschehens gedrรคngt. An dieser Stelle hatte ich meistens kurz Zeit, das alte Jahr im Geiste Revue passieren zu lassen. Und dann stellte sich natรผrlich auch mir – eigentlich immer – die ungewisse Frage, wie das neue Jahr wohl werden wird? Eine besondere Freude war es fรผr mich immer, wenn meine Familie zu Mitternacht fรผr vielleicht eine halbe Stunde an meinem Einsatzort erscheinen konnte. So war es trotz meiner beruflichen Abwesenheit mรถglich, wenigstens den Moment des Jahreswechsels zusammen mit ihnen zu erleben. Anschlieรend gelang es mir รผbrigens glรผcklicherweise immer, das Publikum nach dem Bรถllern bis in die frรผhen Morgenstunden des jungen Jahres vor den Lautsprechern der SOUNDBOX tanzen zu lassen. Jeden 1. Januar verbrachte ich demzufolge oftmals bis zum Nachmittag im Bett. |
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| >>Kapitel 16>> | |
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ร๐ฏ๐ฒ๐ฟ๐๐ฒ๐๐๐๐ป๐ด
26 Januar 2016
๐๐๐๐ฃ๐ ๐ฟ๐ -๐ฝ๐๐ค๐๐ง๐๐๐๐ - ๐๐๐ฅ๐๐ฉ๐๐ก ๐ญ๐ฑ: ๐๐๐๐๐๐๐๐๐ ๐๐๐ ๐๐๐ ๐๐๐๐๐๐๐๐
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