Unser Plan brachte ein ungewohntes Gefรผhl mit sich - zum ersten Mal seit vielen Jahren mussten wir unseren Urlaub nรคmlich nicht mehr an den Schulferien ausrichten. Denn die Kinder sind nun alt genug, gehen immer hรคufiger eigene Wege.
Daher bot sich die Mรถglichkeit, endlich mal vor langer Zeit allen mรถglichen Freunden und Bekannten gemachte Versprechungen ร la "Wir besuchen Euch mal!" wahr werden zu lassen. So stand schlieรlich eine regelrechte Deutschlandtournee auf dem Plan. Von der Ostsee bis zur Zugspitze und an den Bodensee, von Franken bis in den Westerwald und an die Mosel, als kleinen Abstecher haben wir sogar den Schweizer Kanton Sankt Gallen bereist.
Nach dieser Reise stellen wir nun jedenfalls mal wieder fest, dass Deutschland รผber viele schรถne Gegenden verfรผgt. Erneut hat sich allerdings auch unsere gemeinsame Abneigung zu urbanen Ballungsrรคumen gefestigt. Wir sind und bleiben halt beide bekennende Landeier.
Freisprechung im Dillertal
Unsere Tour beginnt mit einem besonderen Termin in der Gaststรคtte "Dillertal" vor den Toren Bruchhausen-Vilsens. Dort wird im Verlauf einer Feierlichkeit mein Sohn Lukas freigesprochen - er hat seine Ausbildung zum Zimmermann erfolgreich bestanden und erhรคlt nun offiziell seinen Gesellenbrief.
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Feierlichkeit der Freude und des Stolzes:
Lukas hat seine Ausbildung zum Zimmermann erfolgreich hinter sich gebracht.
Freisprechung im Dillertal
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Lukas (re.) mit seinem Kumpel Sรถren vor einem
als Zimmermann verkleideten Entertainer
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| Feierliche รbergabe des Zeugnisses |
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| Ich bin stolz und froh, dass Lukas es geschafft hat |
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| Lukas mit seinem Chef (li.) und seinem Ausbilder |
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| Alle "Jung"gesellen |
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Wismar
Noch am Abend legen wir die gesamte Strecke zu unseren Freunden Elke und Horst nach Proseken bei Wismar zurรผck. Nach dem Frรผhstรผck am nรคchsten Morgen entdecke ich einen fetten Kratzer in der Schiebetรผr und dem hinteren Seitenteil unseres REDSTAR. Jemand muร absichtlich mit einem scharfen Gegenstand am Wagen entlang gegangen sein. Warum? Wer macht sowas? Ich bin stinkesauer!
Zur Ablenkung besuchen wir mit Elke und Horst Schloร Bothmer in Klรผtz: das mehrflรผgelige Schloร (von 1732) nach englischen und niederlรคndischen Vorbildern und die rechteckige Garteninsel bildet die grรถรte erhaltene Barockanlage Mecklenburg-Vorpommerns. Die zum Schloss fรผhrende Festonallee aus spalierartig gezogenen Bรคumen ist ein in Deutschland einzigartiges Gartendenkmal.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Besitz enteignet und in der Zeit der DDR zu einem Altenheim umfunktioniert. Nachdem ein privater Investor ein geplantes Nutzungskonzept nicht umsetzen konnte, wurde es Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Nach einer Zeit des Leerstands und Verfalls wurde es saniert, im Mai 2015 wurde das Schlossmuseum erรถffnet.
Von dort ist es nur ein Katzensprung bis zum Ostseebad Boltenhagen, wohin wir immer wieder gerne fahren. Bei jedem Besuch der 290 Meter langen Seebrรผcke ruhen die Augen auf dem sauberen Ostseewasser der beschaulichen Boltenhagenbucht. Echtes Urlaubsfeeling!
Am nรคchsten Tag besuchen wir den Hafen Wismars. Anschlieรend lassen wir die Blicke von der 36 Meter hohen Aussichtsplattform der St. Georgen-Kirche schweifen. Ich liebe es, von einer hรถheren Position รผber die Welt zu schauen - ich werde in diesem Urlaub noch hรคufiger die Gelegenheit dazu bekommen.
Zuletzt besuchen wir noch die Insel Poel. Von hier aus habe ich vor Jahren bereits einige Male am Wismarbuchtschwimmen teilgenommen - 3,5 Kilometer bis nach Hohen Wieschendorf durch die offene Ostsee. Heute ist es jedoch kalt und grau, kein Wetter fรผr die Badehose.
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| รrger gleich am ersten Tag: wenn ich DEN erwischt hรคtte... |
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| Hier gab es leckeren Maracuja-Sanddorn-Saft |
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| Die Festonallee ist ein in Deutschland einzigartiges Gartendenkmal |
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| Schloss Bothmer |
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| Ein Ort der Ruhe |
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| ... und hinterm Haus ein schicker Park |
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| Boltenhagenbucht |
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| Immer wieder eine entspannende Szenerie |
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| รber den Dรคchern von Wismar |
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| Im Hintergrund (re.) die Insel Poel |
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| K&K - Krรผgers und Kernkes |
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| Timmendorf auf Poel |
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| Zuhause bei Rentnern |
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Familientreffen in Polle
Als wir in Richtung Sรผden aufbrechen, scheint es ein freundlicher Tag zu werden. Wir sind unterwegs รผber die A20 nach Lรผbeck, passieren dann (endlich wieder Regen!) per A1 Hamburg, wechseln am Horster Dreieck auf die A7, der wir bis kurz vor Hannover folgen. Dort befahren wir nach der A352 dann Richtung Westen die A2 und schlieรlich per Landstraรe bis nach Polle ins Weserbergland.
Dort findet ein Familientreffen statt. Diese Feier setzt eine von meiner vor zweieinhalb Jahren verstorbenen Mutter ins Leben gerufene Tradition fort, bei der sich mรถglichst viele Verwandte am ersten Wochenende zu einer geselligen Runde bei Grillgut, Bier, Kaffee oder Kuchen in einer Scheune treffen.
Zwischendurch schรผttet es drauรen wie aus Kรผbeln, auch nachts prasselt reichlich Regen auf den REDSTAR. Bei der Abreise frรถne ich mal wieder meiner alten >>Leidenschaft des Festfahrens<< - und das natรผrlich gleich so geschickt, dass der versackte REDSTAR nicht mit einem anderen Fahrzeug befreit werden kann, sondern mit einem Abschleppseil von drei starken Mรคnnern (inklusive mir selbst) aus seiner misslichen Lage gezerrt werden muss (... bitte jetzt keine Kommentare bzgl. SYNCRO und so!).
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| Irgendwo an der A7 |
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| Familientreffen in Polle |
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| Ein fixer Termin im September |
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| Geselliges Beisammensein |
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| ... unsere Kinder sind schon wieder wech! |
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| Die Kunst des Festfahrens |
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| Langes Orgeln bringt nรผscht! |
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Rosbach vor der Hรถhe
Das Navi fรผhrt uns รผber eine nette Strecke aus dem Weserbergland ins hessische Rosbach vor der Hรถhe im Dunstkreis Frankfurts. Dort erwarten uns Vroni und Wilfried. Sie besaรen mal einen VW K 70. Da Wilfried aus gesundheitlichen Grรผnden groรe Distanzen mit dem Auto meidet, hat er den Wagen verkauft. Doch er besitzt noch immer ein VW Kรคfer Cabrio, ein VW Golf Cabrio, einen alten Opel Astra, einen Ford Focus Kombi, einen John Deere-Traktor und ein Porsche Cabrio - ebenfalls Diesel und schon sehr alt: es ist natรผrlich ebenfalls ein Traktor.
Mit den Beiden lassen wir uns in 186 Meter Hรถhe per Aufzug auf Frankfurts hรถchste Aussichtsplattform, den Main-Tower, beamen. In dessen oberen Etagen befindet sich รผbrigens auch ein Studio des Hessischen Fernsehens. Von der Aussichtsplattform hat man wirklich einen hervorragenden Blick auf die Millionenmetropole und beispielsweise bis in den Taunus (nicht FORD!).
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Umwelt schรผtzen, Bus benรผtzen!
Inzwischen hat der REDSTAR รผber 274.000 Kilometer auf der Uhr. Sein Durchschnittsverbrauch liegt bei etwa 7 Litern. |
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| Ausfahrt Rosbach |
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| Bei Vroni & Wilfried vorm Haus |
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| Niedersachse in Frankfurt |
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| On top of the world |
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Der Bรผroturm der Europรคischen Zentral Bank (Mitte): von
hier flieรt die Kohle nach Griechenland
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Banken, Banken, Banken... da weiร man, wo das Geld bleibt
Auf der Brรผcke (re.) hab ich mal mit'm LKW gestanden
und ein Foto mit den Bรผrotรผrmen geschossen
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| Fuรballfans wissen Bescheid: der Rรถmer in Frankfurt |
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Kirchaich im Steigerwald
Unser fรผnfter Point of Interests bringt uns ins unterfrรคnkische Kirchaich bei Bamberg. Dort hatten wir bereits vor zwei Jahren K 70-Club-Mitglied Manfred Heil besucht und seine auรergewรถhnliche Fahrzeugsammlung im Keller seiner VW-Werkstatt bestaunt. Manfred mรถchte im nรคchsten Jahr das K 70-Club-Pfingsttreffen ausrichten. Und wir helfen ihm bei unserer kurzen Stippvisite, einen wichtigen Punkt in der Organisation seines Treffens bereits jetzt zu erledigen.
Ansonsten ist Manfred ziemlich im Wooling: sein Unternehmen ist eine groรe Baustelle. Erst vor kurzem hat er sein Elternhaus abreissen lassen, dort entsteht nun fรผr etwa zwei Millionen Euro eine stylische VW-Austellungshalle der neuesten Generation... VW-Heil rockt Unterfranken!
Zwischendurch stellt er uns den Neuzugang seiner Autosammlung vor: einen roten Porsche 911 Carrera 4S - kurz raus aus der Garage, ein wenig herrlicher Motorlauf im Stand... und dann zum Batterieladen in die Werkstatt - Manfred muss wieder arbeiten. Nachher zeigt er uns noch seinen Golf GTI: Neuzugang im Keller, muss aber noch aufgearbeitet werden!
Nach einer Nacht hinter seinem neuen Autotransporter verlassen wir die Groรbaustelle Richtung Mรผnchen.
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| Frรคnkische Gegend |
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| Baustelle... |
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| ... und so soll's mal aussehen |
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| Damit Manfred mal Spaร hat |
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| Sonst stehe ich ja nicht so auf PORSCHE, aber dieser... |
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| Einen Hammer Sound kann man auch sehen? |
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| Da bleiben keine Fragen offen |
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| ICH passe da sogar rein! |
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| Cool - der Chef bevorzugt Blaumann! |
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| 365er auf der Hinterachse |
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| Unser Schlafplatz |
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| Suche uns auf der Baustelle (zum Vergrรถรern anklicken!) |
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Mรผnchen, Garmisch, Plansee
Auf dem Weg zum nรคchsten Ziel liegt zunรคchst die Bayerische Landeshauptstadt, dann der hรถchste Gipfel Deutschlands und ist schlieรlich ein ruhiger Bergsee in Tirol. Aber der Reihe nach.
Zunรคchst folgen wir der A9 vorbei an Nรผrnberg und Ingolstadt. Schlieรlich finden wir einen teuren Parkplatz in der Nรคhe des Mรผnchner Hofbrรคuhauses. Dort gibt`s eine zรผnftige Maร Bier, Weiรwurst, Leberkรคse und Kartoffelsalat, ich besuche die wirklich amtliche Keramik-Abteilung dieses รคltesten Wirtshauses der Welt...
Und schon bald sind wir unterwegs nach Garmisch-Partenkirchen. Dort mรถchte ich Olivia wenigstens vom Tal aus den hรถchsten Berg Deutschlands zeigen, doch die Zugspitze versteckt sich wie ein Tintenfisch hinter dunklen Wolken. Na gut - dann eben nicht!
Wir fahren zurรผck nach Oberau und biegen dann nach Westen ins urige Ettal. Hier kommt bei mir das typische รsterreich-Feeling auf, es riecht nach Tannenholz, die kurvige Strasse ist schmal, links und rechts sind hohe Berge, immer wieder gibt es kleine Brรผcken รผber sprudelnde Bergbรคche. Obwohl: die Bรคche fรผhren erstaunlich wenig Wasser, das kenne ich eigentlich anders - der Sommer 2015 war wohl ein trockener.
Nach etwa dreiรig Kilometern durch dieses Bergidyll erreichen wir den glasklaren Plansee. Gleich stehen wir vor der Schranke des Platzes, auf dem wir รผbernachten wollen. Doch die Herrschaften haben ihre รffnungszeiten aus dem Internet (bis 22.00 Uhr) eigenmรคchtig auf 18.00 Uhr verรคndert - und jetzt ist es 18.15 Uhr. Toll! Ich klingele an der Rezeption aber es รถffnet niemand. Trotzdem muss ich dringend auf die Toilette, woran mich dann allerdings auch niemand hindert. DAS kรถnnte man ja stumpf auf die Nacht รผbertragen - also schlafen wir nachts im REDSTAR auรerhalb des Platzes aber in bequemer Entfernung zur Toilette. Mehr wollten wir ja gar nicht! Na gut, 'ne Dusche wรคre auch nicht schlecht gewesen.
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Es ist gar nicht so einfach einen Parkplatz im Zentrum von
Mรผnchen zu finden.
Fรผnf Minuten von hier steht das Hofbrรคuhaus (Foto re.).
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| Hofbrรคuhaus-Biergarten |
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Endlich mal 'ne amtliche Keramik-Abteilung. Und DAS HIER ist nur die Hรคlfte: auf der linken Seite ist eine Trennwand und da sind nochmal soviele Pinkelbecken
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Im Hintergrund sollte eigentlich die Zugspitze zu sehen sein.
Eigentlich...
Nur dank Photoshop-Filter kann man ETWAS von ihr auf dem Bild rechts sehen |
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| Zwischendurch kann man mal die Spitze erahnen |
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| Der Plansee liegt 967m รผber dem Meeresspiegel |
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Der See besitzt zwei Becken mit 77 und 72 m Tiefe.
Aufgrund der geringen Biomassen durch Schwebealgen gibt es hier Sichttiefen von bis zu 15 m.
Die Badewasserqualitรคt wurde 2013 als ausgezeichnet bewertet. |
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| Die Umgebung des Sees ist auรergewรถhnlich leise. |
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| Die Schranke (Bildmitte) blieb zu - deshalb รผbernachteten wir im REDSTAR gegenรผber (re.) |
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Schloss Neuschwanstein, Lindau, Allgรคu
Nach einer kalten Nacht probieren wir mal unseren 12-Volt-Wasserkocher aus. Der Cappuccino schmeckt!
Nur ein paar Kilometer weiter wollen wir im groรen Bogen rechts um Sรคulings-Berg und Alpsee herum nach Hohenschwangau. Dort stehen die beiden Kรถngisschlรถsser Hohenschwangau und das weltweit berรผhmte Neuschwanstein - beide meistenzeits in grauen Regenwolken verschwunden. In diese Touristenhochburgen mรผssen wir nicht unbedingt. Vor Jahren war ich mal da oben zwischen den ganzen Amerikanern (Neuschwanstein ist ihr Traumschloร, das "Mรคrchenschloร") und Japanern (die sind sowieso รBERALL!) und belagern die einzige prunkvoll eingerichtete Etage des Schlosses von Ludwig II. Er ahnte wohl schon damals, welcher Hype hier heute um seine bewohnbare Theaterkulisse abgeht und ertrรคnkte sich bekanntlich 1886 im Starnberger See.
Wir durchqueren das sรผdliche Allgรคu und wรคrmen uns erstmal im Spaร- und Vitalbad "Limare" in Lindau am Bodensee auf. Es folgt eine kleine REDSTAR-Rundfahrt รผber die Lindauer Bodenseeinsel und den Hafen - das hat schon etwas Mediterranes. Dann entschlieรen wir uns, noch eben ins etwa 60 Kilometer entfernte Memmingen zu fahren. Dort wohnen ehemalige K 70-Club-Bekannte. Der Besuch dauert jedoch gerade mal eine viertel Stunde - es gab in der Vergangenheit Probleme dieser Familie mit dem Club, daher ist man etwas kurz angebunden. Den Besuch hรคtten wir uns getrost sparen kรถnnen.
Unsere Nacht verbringen wir eigentlich in Scheidegg auf einem Wohnmobilstellplatz. Eigentlich - denn als wir im Stockdunklen ankommen, finden wir wegen fehlender Beschilderung den Platz nicht. Wohl aber nagelneue Toiletten und Duschen im Tiefgeschoss eines Kurhauses. Hier bleiben wir! In der Nacht nerven Olivia Kuhglรถckchen - ich schlafe wรคhrenddessen!
Am nรคchsten Morgen belohnt uns dieser Schlafplatz mit einem herrlich weiten Blick รผber das Allgรคu. Und jetzt sehen wir auch, wo andere Wohnmobile stehen - dreimal so weit entfernt als unser Standort.
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Schloss Neuschwanstein spielt Verstecken mit mir.
Die grauen, tiefhรคngenden Wolken hรผllen immer wieder
das Schloss ein.
Der Zauber des Schlosses kommt so kaum rรผber.
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| Spaร- und Vitalbad "Limare" in Lindau/Bodensee |
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| Hafenmole von Lindau |
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| Schlafplatz in Scheidegg mit genialem Panorama |
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Bรผtschwil (SG)
Unser Ausbrecher in dieser Tour! Wir verlassen das Allgรคu an der Grenze zu รsterreich, durchqueren Vorarlberg in Richtung Dornbirn, verlassen die EU bei Lustenau, รผberqueren dabei gleichzeitig den Rhein bei Au und legen quรคlende eidgenรถssische 20 Kilometer von Ort zu Ort Richtung Appenzell zurรผck. Dann geht es รผber alpine Straรen durch das sogenannte Hinterland ins Thurtal, bis nach Bรผtschwil. Dort sind wir bei einer sizilianischen Familie angekรผndigt, die ich seit 15 Jahren nicht mehr gesehen habe. Angela und Giuseppe sowie Tochter Francesca arbeiten noch in einem Schlachthof, die jรผngere Tochter Simona hat bereits frei und begrรผรt uns herzlich. Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, konnte sie gerade laufen - heute spricht sie niedliches Schwyzerdรผtsch. Als abends ihre Eltern von der Arbeit kommen, ist die Freude und das Hallo groร und bald wird sizilianisch gespeist und getrunken.
Giuseppe mรถchte unbedingt, dass wir in der Nacht ein vernรผnftiges Dach รผberm Kopf haben. Deshalb parke ich den REDSTAR rรผckwรคrts in seine eh leere Garage. Da schlafen wir sehr gut!
Am nรคchsten Morgen gibt es wieder ein sizilianisches Frรผhstรผck. Anschlieรend spazieren wir gemeinsam an der Thur entlang, die Sizilianer zeigen uns ein bisschen ihre Heimat. Dann gibt es wieder Cucina tipica Siciliana und zwar in reichlicher Masse aber auch bekannt schmackhafter Qualitรคt. Als unsere Gastgeber hรถren, dass wir bald los wollen, fahren sie noch Kaffee und Kuchen auf - wir platzen bald!
Schwergewichtig machen wir uns auf den Weg ins Klettgau - die nรคchsten Gastgeber haben bereits per SMS darum gebeten, dass wir ordentlichen Appetit mitbringen und unterwegs keinesfalls irgendwo zum Essen einkehren sollen. Na Mahlzeit!
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| Schweiz: Hinterland, Blick Richtung Nordosten |
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| Fescher Schlafplatz |
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| Im Land von Heidi und dem Geissenpeter |
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Kleines Problem: ich bat um Strom fรผr unseren Kรผhlschrank. Simona steckte den Stecker in die freie Steckdose. Ich wunderte mich schon ein bisschen , dass der Kรผhlschrank nicht funktionierte - einen Tag spรคter sah ich, warum kein Strom ankam. Simona hat das wohl mit einem Stromkreislauf falsch verstanden :-)
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| Simona, Stephan, Francesca, Olivia, Angela, Giuseppe (von li. nach re.) und vorne ich |
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Klettgau, Rheinfall, Schwarzwald
Es ist schon richtig dunkel, als wir kurz nach der deutschen Grenze bei Rosemarie und Werner Moratz auf den Hof rollen. Zum Abendessen empfangen sie uns mit einem lecker angemachten Salat. Der ist schรถn leicht und geht heute locker noch rein.
Am nรคchsten Morgen werden wir mit ihrem Golf-Cabrio zu einer ganztรคgigen Sightseeing-Tour ihrer Gegend eingeladen. Zunรคchst steht der Rheinfall auf dem Programm. Das Cabrio lassen wir fรผr teures Geld auf dem Parkplatz und das รbersetzen zum Felsen unterhalb Schloss Laufen schlรคgt mit 4,- EUR/Person zu Buche. Als wir auf der anderen Seite zur Aussichtsplattform am Wasserfall wollen, versperrt รผberraschenderweise eine Zahlstelle mit Drehkreuz den Weg: Tickets kosten 5,- EUR/Person. Und Tickets gibt es nur oben am Eingang des Schlosses. Ziemlich stinkig besorge ich die Eintrittkarten fรผr uns Zwei - die beiden Anderen wollen nicht zur Plattform, ihnen war diese Art der Abzocke jedoch auch neu.
Fรผr was bitte kassiert die Schweiz fรผr den Besuch der Plattform 5,- EUR/Person? Ich gehe mal davon aus, dass sie fรผr den Preis abends die Pumpen vom Rheinfall ausstellen, oder? รberschlรคgig betrachtet schรถpfe ich in diesem Urlaub den dumpfen Verdacht, dass die Schweiz wohl glaubt, eine Lizenz zum Gelddrucken zu haben.
Wir verlassen diesen teuren Ort im Cabrio Richtung Schwarzwald. Rosi und Werner zeigen uns einen ehemaligen Drehort der Schwarzwaldklinik, eine der vielen Brauereien der Gegend und den Schluchsee. Sie zeigen uns auรerdem eine hochgelegene Stelle von der aus man die gut 100 Kilometer entfernten Alpen sehen kann. Wir betrachten eine Strohkulturen-Ausstellung und die Stadttore von Waldshut.
Als wir wieder in Klettgau sind, zeigt mir Werner sein privates Automuseum. In seiner eigens fรผr diesen Zweck gebauten groรen Glasvitrine stehen ein Trabant, ein alter VW Kรคfer, ein NSU Prinz, ein NSU Typ 110, ein Ford Fiesta und ein VW Jetta. Werner besaร bis vor Kurzem auch noch einen VW K 70, hat ihn aber dummerweise verkauft und bereut diesen Fehler aufs รbelste.
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| Panorama-Bild vom Rheinfall (bitte drauf klicken) |
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Auch das รbersetzen und Betreten des Felsens kostet natรผrlich extra. Die Schweiz vermarktet ihre Sehenswรผrdigkeiten.
Mit Geld kann man sich halt alles kaufen! |
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| Kein Bier - nur Popcorn! |
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| Blick รผber den Schwarzwald |
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Heimatmuseum Hรผsli in Grafenhausen
(Wohnhaus von Professor Brinkmann)
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| Vor der Badischen Staatsbrauerei Rothaus |
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| Schluchsee |
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| Blick auf die Alpen... |
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| Blick auf die Alpen - mit Photoshop gefiltert |
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| Strohkulturen-Ausstellung |
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Alphornblasen
Cooles Skelett aus Stroh |
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| Waldshut |
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Hagenbach bei Karlsruhe - Gasthaus "Zum Schwanen"
Wir sind unterwegs durch den Schwarzwald. Dazu haben wir uns entschlossen รผber Donaueschingen, Villingen-Schwenningen, Hornberg, Haslach nach Offenburg zu fahren. Dort fรผhrt uns schlieรlich die A5 nach Karlsruhe. Von dort gelangen wir nach Hagenbach.
Hier hat vor etwa zwei Jahren Rafaele Borsellino aus Menfi/Sizilien ein Restaurante รผbernommen - ihn wollten wir schon lange mal besuchen. Dementsprechend ist die Freude รผber unseren Besuch natรผrlich groร. Rafaeles Familie lรคdt uns zu einem leckeren Mittagessen ein.
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| Kurz vor Hagenbach |
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| Sizilianische Gastfreundschaft |
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| Ristorante "Zum Schwanen" |
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| Rafaele am REDSTAR |
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Hillscheid im Westerwald, Rhein & Mosel
Danach fahren wir weiter nach Hillscheid. Dort erwarten uns bereits Jutta und >>Peter Rodenberg<<. Inzwischen zeigt sich allerdings das Wetter von seiner eher schlechten Seite. Auรerdem muss Peter nun doch arbeiten. So unternehmen wir mit Jutta kleinere Ausflรผge an Rhein und Mosel. Ein kleinen Abstecher nach Luxemburg machen wir aber nicht. Eigentlich wollte ich ein prominentes Mitglied unseres K 70-Clubs in Flaxweiler besuchen. Joseph Bertrand beherbergt dort nรคmlich รผber 40 K 70 in einer Tiefgarage. Leider ist er telefonisch seit Wochen nicht zu erreichen - von anderen Personen hรถrte ich von Krankheit und sogar Arbeitslosigkeit.
So erledigten wir zum Schluss nur noch einen geplanten Termin, der ebenfalls etwas mit K 70 zu tun hat: wir bringen Marcel aus Bad Wildungen (bei Kassel) einen Satz Fuchsfelgen fรผr seinen K 70 mit. Schlieรlich stehen wir nach 3046 Kilometern am Ende unserer Reise wieder auf der heimischen Scholle.
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| Marksburg |
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| Wenig Wasser im Rhein |
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Ich stehe mitten in der verkehrsreichsten Wasserstraรe der
Welt, dem Rhein
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| Mitten im Rhein - Panorama (zum Ansehen bitte Klicken) |
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Die "Sieben Jungfrauen"-Felsen sind nur bei
extremem Niedrigwasser zu sehen
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| Schรถnburg (li.) und Kirchturm von Oberwesel |
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Burg Pfalzgrafenstein
... war eine Zollzahlstelle fรผr Rheinschiffe |
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Die Damen nรถtigten mich fรถrmlich, mal auf die Toilette
zu gehen... unbedingt... jetzt gleich... und meine Kamera
sollte ich auch gleich mitnehmen...
Hรค? Was wollten die bloร von mir?
Als ich dann auf der Toilette war, wusste ich, was sie meinen...
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Schon ein seltsames Bild, wenn man reinkommt und die Toilette so sieht...
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| Aufgeschlossen... |
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... abgeschlossen!
Und was ist, wenn der Strom ausfรคllt? |
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| Sankt Goarshausen |
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| Burg Katz |
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| Lorelei-Panorama |
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| Burg Maus |
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| Burg Sterrenberg (li.) und Burg Liebenstein |
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| Cochem an der Mosel |
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| Burg Metternich an der Mosel |
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| Hier arbeitet Peter... |
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Peter's Hobbyhalle mit seinen "Spielzeugen"
Sind wir nicht alle ein bisschen BLUNA? |
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Ja ich bin auch immer wieder gerne in Deutschland und Umfeld unterwegs. Erst vor kurzem habe ich endlich mal Erfurt angesehen. So oft vorbeigefahren und jetzt endlich mal besichtigt: Sehr schรถn.
AntwortenLรถschenJa die Sache mit den Kratzern: Den alten Modus von meiner Mutter haben sie deftig verziert... den hatte da gerade meine Nichte in Benutzung. Hoffe es lรคsst sich noch rauspolieren.