Samstag, 14. Juni 2014

28. Pfingsttreffen des 1. Internationalen K70-Clubs in Andernach am Rhein

Auf geht's!
Alle Fahrzeuge in einem Bild - aus dem Bulli
fotografiert: das Audi Coupé, davor der K70
Dafür, dass auch dieses K70-Pfingsttreffen eigentlich das Resultat einer clubintern ungeliebten Entscheidung ist, hat es sich erstaunlich prächtig entwickelt. 

Immerhin hatte die Jahreshauptversammlung im letzten Herbst genau diese Veranstaltung unter Schmerzen auf die Welt gebracht: allein bei der Frage nach der Organisation des nächsten Pfingsttreffens möchten ja neuerdings die Anwesenden am liebsten möglichst geräuschlos und augenblicklich im Erdboden versinken. Wenn sich dann jedoch endlich ein Organisator bereit erklärt, ist die Erleichterung deutlich spürbar. "Puh, der Kelch ist auch diesmal an mir vorüber gegangen!"
Pause auf der Raststätte Lichtendorf bei Dortmund
Was entnehmen wir diesem Verhalten? Auch in unserem Club gibt es aktive Macher und passive Müssiggänger. Während die Aktiven längst der Sache dienlich sind, blamieren sich die Passiven immernoch mit kreativsten Ausreden. Schwadronieren statt Handeln: wir Deutschen lernen wirklich erstaunlich schnell von unseren Politikern! Und finden das offensichtlich auch noch toll und nachahmenswert.

Da es an dieser Stelle jetzt wenig bringt, solchen Leuten in den Hals zu gucken, beschäftigen wir uns lieber mit den Machern. Wir verdanken es nämlich Jutta und Peter Rodenberg sowie Sandra und Markus Retz, dass wir unsere alten Autos zu Pfingsten 2014 in die Eifel fahren können, müssen - oder dürfen? Vorab melden die Wetterdienste für das Pfingstwochenende astreines Hochsommerwetter - offensichtlich versucht der Heilige Petrus die kalte Unverschämtheit des letzten Pfingsttreffens im Bördekreis wiedergutzumachen. Na, dann streng' dich mal an, alter Knabe!
Unsere Anreise in die Eifel umfasst etwa 350 Kilometer - die wir am Freitag kurz vor 17.00 Uhr in Drebber/Niedersachsen antreten. Wir bilden dazu einen Mini-Konvoi. Natürlich ist unser marathon- metallic-farbener K70 dabei. Er wird von meinem Sohn Lukas gelenkt. Stiefsohn Marcel pilotiert sein gerade aufgearbeitetes 83er Audi Coupé GL. Da er noch Siebzehn ist, wird er offiziell von seiner Mutter begleitet. Ich folge den beiden Fahrzeugen mit unserem 92er VW Multivan "REDSTAR" . Einerseits werden wir am Zielort darin schlafen, andererseits soll der gerade restaurierte Bulli so seine Einsatzfähigkeit für unseren Sizilienurlaub im August beweisen. Außerdem sind einige Club-Mitglieder sehr gespannt auf das Ergebnis der eineinhalbjährigen, aufwendigen Wiederaufbauarbeiten.
Haube auf... und Blick frei auf den klemmenden Anlasser
Schon als wir vom Hof rollen wollen, klemmt der Magnetschalter des Anlassers vom Audi Coupé. Wir schieben den Wagen an... was für die nächsten vier Tage zu einem Ritual wird. Unser Tross fährt über die A1 vorbei an Dortmund, wechselt am Westhofener Kreuz auf die A45 und schlägt sich ab Haiger- Burbach quasi querfeldein nach Hillscheid, dem Wohnort der Rodenbergs, durch. Dort treffen wir schließlich kurz vor 22.00 Uhr in der Dämmerung ein. In der Ferne flackern die Lichter von Koblenz.
... wir fahren in die untergehende Sonne
Für drei Tage ein Zuhause: Hillscheid im Westerwald
Frühstück bei Rodenbergs
Der Samstagmorgen beginnt bei warmem Sonnenschein mit einem Frühstück auf Rodenbergs Terrasse. Anschließend geht es zum Autohaus Löhr nach Andernach. Hier parken schon viele K70... und es werden ständig mehr. Auch ein Marktstand mit K70-Teilen ist aufgebaut sowie eine mobile Pizzeria.
Schiebung
Vorher wird jedoch noch eben ein K70 auf die Hebebühne der Direktannahme geschoben. Bei ihm war eine Schraube des Schaltungsgestänges verloren gegangen, deshalb liess er sich nicht mehr schalten und wurde hierher geschleppt. Bei so vielen Fachleuten kann natürlich schnell Abhilfe geschaffen werden und schon bald ist der Schaden behoben.
Bühnenshow
Da fehlt 'ne Schraube
K70-Teilemarkt
Ey - brauchst du?

Pizza für die K70-Bande

Das Wort zum Samstag von Peter Rodenberg
Wehe, wenn sie losgelassen

Nach dem letzten Happen Pizza startet eine vierstündige Eifel-Rally. Peter Rodenberg hat sich dazu wirklich viel Mühe gegeben und ein sehr detailiertes "Road Book" zu Papier gebracht. Jede Kreuzung, an der abgebogen werden muss und jeder wichtige Wegweiser sind fotografiert und zusammen mit einer genauen Beschreibung ausgedruckt. Dazwischen sind Aufgaben gestreut, die die Teilnehmer he- rausfinden und beantworten müssen. So lernen wir, ich bin als Beifahrer mit Lukas in unserem K70 unterwegs, die Gegend kennen. Kaum jemand sperrt sich dieser liebevollen Idee des Organisators und verschmäht den Spaß bei herrlichem Sonnenschein.
Das "Road-Book" - perfekte Vorarbeit
Vater und Sohn-Team


... alles schön abfahren

Welche Jahreszahl steht auf dem Kruzifix?
Unser K70 vor der Burg Olbrück
Felsenkeller: 30 Meter unter der Erde


Am Ziel trifft sich die gesamte Mann- und Frauschaft am Felsenkeller der Vulkanbrauerei Mending. Nach 153 Stufen befinden wir uns 30 Meter unter der Erde und somit im tiefsten Lager- und Gärkeller der Welt. Nach dem Abbau von Basalt für Mühlsteine im Mittelalter wurden und werden die Gewölbe von Brauereien gern als Kühl- und Lagerhallen genutzt - dort unten herrschen nämlich kontinuierlich 8°C. Und bei den während der Eifel-Rally ertragenen 34°C ist das eine willkommene Abkühlung.
153 Stufen nach unten

Basaltgestein untertage
Förderschacht

Vulkanischen Ursprungs
Bierlager

Kühler Lagerort für Bier

Die ganze K70-Truppe zu Tisch

Im Anschluss nehmen wir in der Gaststätte der Vulkanbrauerei Platz. Hier gibt Peter die Sieger der Rally bekannt und überreicht Pokale und Preise. Den dritten Platz nehmen Bernhard Kramer und Frau entgegen, mit dem Zweiten müssen sich Ingo Menker und Frau zufrieden geben und der erste Platz wird einem Aussenseiter überreicht - er fuhr die Rally nämlich nicht mit einem K70... sondern mit seinem Audi Coupé: es ist Marcel Kernke mit seiner Mutter. Auch alle Anderen erhalten kleine Sachpreise wie ein solarbetriebenes Handyladegerät oder ein flauschiges Badetuch. Nach einem gemütlichen Essen klingt der Abend aus. Nach der Wärme des Tages sind alle Teilnehmer ziemlich platt und man verabschiedet sich allseits zügig in die Horizontale.
3. Platz der Eifel-Rally

2. Platz der Eifel-Rally
1. Platz der Eifel-Rally

Nebenbei auch ein Treffen der Tornadoroten
... und natürlich wieder K70
Sonntagmorgen wollen wir uns wieder beim Autohaus Löhr in Andernach treffen. Anschließend geht es zu Fuß ins Erlebniszentrum Geysir. Hier wird in einer Ausstellung das theoretische Grundwissen für den später zu besichtigenden weltweit höchsten Kaltwassergeysir vermittelt. Zur eigentlichen Attraktion fahren wir dann mit einem Rheinschiff. Pünktlich zu unserem Eintreffen zeigt der Geysir, was wir von ihm erwarten: wie beim Öffnen einer geschüttelten Sprudelflasche schießt Kohlensäure und Wasser bis zu 60 Meter in die Höhe... einige werden naß.
Auf nach Andernach

K70-Konvoi
Jens hat Spaß in der Ausstellung
Lönne mag das Geblubber

Andernach vom Rhein aus gesehen
Da soll das Wasser rausschießen?

Wann kommt denn die Erruption?
Erstmal nur Kohlensäure...

... und dann Wasser
Lukas ist nass geworden

Schattige Plätze sind rar
Gedränge vor der Bergmannshütte
Wieder zurück bei den Autos verbrennen sich einige die Finger an ihrem Lenkrad - die in der prallen Sonne geparkten K70 haben sich mächtig aufgeheizt! Schnelle Abhilfe bringt da nur kühler Fahrtwind. Wir sind unterwegs zum Besucherbergwerk Bendisberg. Schon auf dem Weg dorthin beschließen wir, uns dort irgendwo im Schatten auszuruhen.

In Besucherbergwerken waren wir in der Vergangenheit schon zur Genüge... und die Hitze sorgt momentan für eine gewisse Antriebslosigkeit. Während sich die anderen K70 auf dem Parkplatz vor der Bergmannshütte quasi stapeln, verweilen wir weiter oberhalb unter schattigen Bäumen. Auch Peter's Frau Jutta gesellt sich nach einiger Zeit zu uns - sie scheint einem Hitzschlag nahe, legt sich völlig ermattet erstmal in ihrem Audi Cabrio ab... und schläft im kühlen Schatten ein. Etwa eine Stunde später wecke ich sie vorsichtshalber kurz vor dem Start des K70-Konvois.
Wir bleiben lieber im Schatten

Siesta
So kann man's aushalten

Jutta pennt erstmal 'ne Runde in ihrem Cabrio
Fototermin

K70 in der Eifel
Das muss ja mal gesagt werden: Der REDSTAR hat sich
bei der Tour wacker geschlagen! Absolut ohne Probleme!

K70 in the sun
Jetzt geht's zum BBQ
Nun geht es zum Food-Hotel in Neuwied. Diese Gastronomie-Ausbildungsstätte bietet uns ein Barbeque, also ein Grillfest. Wir sitzen draußen unter großen Sonnenschirmen, lassen uns Folienkartoffeln und jegliches Grillgut nebst Salaten schmecken. Kühle Getränke zischen ordentlich beim Herunterrinnen in der Kehle. Erst bei Dämmerung treten wir den Heimweg nach Hillscheid an - Jutta Rodenberg führt uns zu ihrem Lieblingsitaliener, wo wir noch Eis schlecken. Auch an diesem Abend schreibt uns die Hitze des Tages die Rechnung: alle fallen schnell todmüde in ihre Koje.
Fototermin vorm Food-Hotel

Das typische Gewusel bei Fotoshootings mit dem Club
... ich hab dann mal ein Panorama erzeugt
... mit 20 km/h bergauf

Trotzdem kommt der Montagmorgen zu früh! Aber wir haben noch einen Termin, der keine Verspätung duldet: pünktlich um 9.30 Uhr fährt der Zug nämlich ab!

Gemeint ist die Brohltalbahn, auch Vulkan-Express genannt. Auf historischer Strecke werden hier von einem Verein alte Loks und Wagons vom Bahnhof in Brohl (Talstation am Rhein) ins etwa 17 Kilometer entfernte Engeln (Endstation) gefahren. Dabei überschreitet die gefahrene Geschwindigkeit kaum 20 km/h, es werden in eineinhalb Stunden allerdings 400 Meter Höhenunterschied gemeistert - eine beschauliche Fahrt auf krummen Schienen.

Als wir gegen 12.45 Uhr wieder in Brohl ankommen, ist das Pfingsttreffen 2014 offizell beendet. Natürlich folgen die üblichen Abschiedsszenen... und die K70 verstreuen sich in alle Richtungen.
Brohltalbahn = Vulkan-Express

Zwischenstopp
Die Lok wird zum Zurückfahren umgehängt

Lukas

... und wieder nach Hause

Wir folgen nochmal einem kleinen Tross nach Hillscheid. Dort räumen wir unsere Sachen in die Autos, stärken uns mit Grillwürstchen und Nudelsalat, trinken kühle Cola im Schatten, unterhalten uns noch ein bisschen mit dem Rest der Anwesenden und treten schließlich gegen 16.00 Uhr die Heimreise an.

Ohne Stau und sonstige Probleme erreichen wir Drebber in der Dämmerung. Das war Pfingsten 2014 - wir blicken auf ein hervorragend organisiertes K70-Treffen bei bestem Wetter mit (schon fast mörderisch) sommerlichen Temperaturen zurück. Unser herzlicher Dank geht an Jutta, Peter, Sandra und Markus, die eine wirklich kurzweilige und wunderschöne Eifel präsentiert haben. Mal abwarten, wo wir uns im nächsten Jahr wieder treffen.
Country roads, take me home...

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Man Andreas, da hast du dich wieder mal mächtig ins Zeug gelegt,
Gruß aus WW
Peter

Anonym hat gesagt…

Auch ich möchte dir meinen absoluten Respekt für den tollen Bericht aussprechen,das war ein tolles Treffen und ich ärger mich das ich nicht alle Tage da war.

Gruß aus dem Sauerland
Martin