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Seit nunmehr einem Jahr produzieren wir Strom aus niedersรคchsischem Sonnenlicht. Daher wird es Zeit, รผber Erfahrungen und Zahlen aus der Produktion zu informieren. Gleich vorweg: unter den gegebenen Umstรคnden ist bereits absehbar, dass sich die Investition (immerhin etwa im Preis eines gut ausgestatteten Automobils der Kompaktklasse) gelohnt hat.
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Natรผrlich gibt es in der Sicht der Dinge unterschiedliche Ansรคtze. Das unsรคgliche politische Gezerre um die Unterstรผtzung regenerativer Energien macht mรผde und verlangsamt den Erfolg. Statt die Menschen geschlossen auf dringend notwendige neue Wege in der Energienbeschaffung zu bringen, wird besonders in Deutschland lieber diskutiert und zerredet. So sind die mutigen Pioniere plรถtzlich bรถse Abzocker - wobei nicht bestritten werden soll, dass es hier tatsรคchlich Gauner gibt, die staatliche Beschlรผsse fรผr sich auszulegen verstehen und somit an viel Geld kommen. Gerade im lรคndlichen Bereich machen viele Bauern inzwischen mehr Geld mit Sonnenstrom als mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Wie gesagt - das kรถnnen sie nur, weil die Politik es versรคumt hat, die Fรถrderung von z.B. Photovoltaik-Anlagen (in der entsprechenden Grรถรe und Anzahl) vernรผnftig zu reglementieren.
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Als Besitzer einer 13 kWp-Anlage fรผhle ich mich nicht als bรถser Abzocker. Immerhin verbrauchen wir tagsรผber von unserer Photovoltaik-Anlage hergestellten Strom selbst, den Rest kauft uns das Rheinisch-Westfรคlische Elektrizitรคtswerk ab. Wobei: "der Rest des hergestellten Stroms" sind immerhin sagenhafte 92 Prozent - das spricht entweder fรผr unsere Sparsamkeit oder fรผr die Effizienz unserer Photovoltaik-Anlage oder fรผr die doch betrรคchtlichen Sonnenstunden in der Mitte Niedersachsens.
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| Saisongeschรคft: im Dezember geht nicht viel |
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Da bei der herkรถmmlichen Energiegewinnung fรผr gewรถhnlich das als Treibhausgas verrufene Kohlendioxid entsteht, ist der Beitrag jeder regenerativen Energieproduktion natรผrlich besonders wertvoll. Sie erspart uns beispielsweise an einem durchschnittlichen Tag im Juli fast 50 kg CO2. Im Januar sind es dagegen nur etwa 5 kg CO2 pro Tag. Die Jahreseinsparung an CO2 beeindruckt besonders: in unserem Falle sind es รผber 8 Tonnen.
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| Saisongeschรคft: im Juli dagegen Sonne aus allen Rohren |
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In der dunklen Jahreszeit, beispielsweise im Monat Dezember, entstehen etwas mehr als 200 Kilowattstunden. Der sonnenintensivste Monat Juli hingegen wuchert mit dem 7,5-fachen, nรคmlich mit ca. 1.500 Kilowattstunden. Die Jahresproduktion betrรคgt ca. 12.000 Kilowattstunden, was sich etwas kรผrzer aber eindrucksvoller besser als 12 Megawattstunden liest.
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| Halbjahr 2012: man beachte auch die Werte des Jahresertrags und der kummulierten CO2-Einsparung (unten) |
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Die Schwankungen sind das, was die Probleme jeder regenerativen Energiegewinnung ausmacht. Hier die Sonne, da der Wind oder die Gezeiten. Parallel zum Stromspeicher im Elektroauto muss die Menschheit diese Aufgabe unbedingt und schnell lรถsen. In den Spitzenzeiten im รberfluร hergestellter Strom muss effektiv speicherbar werden, damit er in energietechnisch flauen Zeiten dann genutzt werden kann.
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| Erstes Halbjahr 2013 |
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| Darstellung der heutigen Produktion - deutlich zu erkennen: nachmittags bezog sich der Himmel und es trรถpfelte sogar etwas |
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Auch die bisher sehr zickigen Energieperformer der alten Coleur mรผssen schnell umdenken. Ihre Profitgier und das ausgeprรคgte Monopoldenken hat sie bisher sehr groรkotzig agieren lassen. Deshalb fehlt es jetzt beispielsweise am dringend nรถtigen Netz. Denn plรถtzlich flieรt Strom auch in Gegenrichtung. Das passt den verwรถhnten Herrschaften natรผrlich nicht. Die jahrzehntelangen Alleinunterhalter auf dem europรคischen Strommarkt mรผssen sich plรถtzlich die Bรผhne mit immer mehr Kleindarstellern teilen. Dementsprechend ist ihr Umgang mit der invasionsartig auftretenden Flut an gesetzlich geschรผtzten Stromproduzenten: man fletscht die Zรคhne, droht und beiรt um sich. Telefonate bleiben in endlosen Warteschleifen hรคngen, eMails werden nicht beantwortet, tรคgliche Sprechzeiten werden auf ein Minimum zusammengekรผrzt und der Eine schiebt Fehler auf einen Anderen. Service sieht anders aus - aber auch das werden die Herrschaften noch lernen mรผssen.
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Unser Fazit nach einem Jahr: wir sind froh, den Schritt zur eigenen Stromproduktion gemacht zu haben. Wenn es so bleibt, dann rentiert sich die Investition in der errechneten Zeit - vielleicht auch schon etwas frรผher. Und das Beispiel unserer Anlage zeigt, dass sich Photovoltaik auch im von der Sonne nicht immer verwรถhnten Norddeutschland lohnt.
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