Die Posts über meine >>kreativen Aktivitäten<< sollten auf keinen Fall als "Fishing for Compliments" verstanden werden. Vielmehr möchte ich damit zeigen, welch unterschiedliche Ideen mich bewegen und was ich letztendlich daraus entstehen lasse. Dieses Mal muss ich allerdings die Werkzeuge wechseln: es ist mal nicht meine Kamera oder Adobe Photoshop und mein PC, sondern stattdessen eine große, schwere Industrieflex oder ein kleiner, handlicher Winkelschleifer (dieser sogar akkubetrieben), jeweils mit Diamant-Trennscheibe, ein amtlicher Hammer und ein Chariereisen (eine Art Steinmeißel). Und natürlich findet auch diese Maßnahme im Rahmen der Kategorie "Kreativität" statt. |
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Weitere Protagonisten sind ein paar dunkle Granitsteine sowie selbst importierte Lavabrocken unterschiedlicher Form und Größe. Bezüglich der Granitsteine muss ich allerdings gestehen, dass mir die Nutzung vorweg ziemliche Gewissensbisse bereitete. Es handelt sich nämlich insbesondere um den Grabstein meiner vor 42 Jahren verstorbenen Großmutter, der nach dem Abräumen ihres Grabes (dreißig Jahre nach Ableben - ist nach Friedhofsordnung geregelt!) seit dem Jahr 2014 nutzlos zunächst im Garten meines Vaters unter einer serbischen Fichte und schließlich nach seinem Tod quasi als unfreiwilliges Erbe bereits seit neun Jahren mit der Inschrift zur Wand hinter meinem Haus herumstand. Ich empfinde natürlich im Umgang mit dieser steinernen Hinterlassenschaften einen tiefen, ehrfürchtigen Respekt. Haben doch Omas Hinterbliebene damals an jenem Stein bei ihrer Beerdigung um sie geweint und getrauert. Und natürlich war auch ich zutiefst traurig, als sie von uns ging. Sie ist für immer und tief in meinem Herzen verankert, zusammen mit den unglaublich vielen Geschichten, die ich mit ihr zusammen erleben durfte. Ich werde sie niemals vergessen! |
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![]() Oma und ich |
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| Doch je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass weder Empathie noch tiefe Emotionen auf harten Granit übertragbar sind. Deshalb habe ich mich schließlich entschlossen, diesem Granitstein eine neue Aufgabe zu verpassen. Ich bin fest davon überzeugt, dass auch meine Oma begrüßen würde, wenn ich ihrem ausrangierten Grabstein nach all den Jahren eine neue, ehrenwerte Aufgabe übertrage. Denn er soll zukünftig als massive, stabile Grundplatte für mein Wasserspiel am Gartenteich dienen. Ganz abgesehen von meinen ehrfürchtigen Gedanken - bereits an der Herkunft von Granit wird deutlich, warum ich ausgerechnet dieses Gestein mit Lavabrocken vom sizilianischen Ätna kombinieren möchte: Granit entspricht in seiner chemischen und mineralogischen Zusammensetzung dem vulkanischen Rhyolith und ist ein massiges, relativ grobkristallines magmatisches Tiefengestein aus einer Tiefe von mehr als zwei Kilometern unter der Erdoberfläche (die Schmelztemperatur liegt unter Atmosphärendruck bei 960 °C), das reich an Quarz und Feldspaten ist, aber auch dunkle (mafische) Minerale, vor allem Glimmer, enthält. Es entsteht in den meisten Fällen nicht aus Material des Erdmantels, sondern aus aufgeschmolzenem Material der unteren Erdkruste. Deshalb finde ich, dass aufgrund des identischen Ursprungs Granit und Lava außerordentlich gut zueinander passen. Andererseits ist es mir sehr wichtig, dass der Granitplatte ihre ursprüngliche Aufgabe - eben als ehemaliger Grabstein - nicht mehr anzusehen ist, weshalb ich in stundenlanger Arbeit und mit den zuvor benannten Werkzeugen dem extrem harten und unglaublich schweren Granitstein (bestimmt 100 Kilo!) den typischen, hochglanzpolierten Grabsteintouch zu nehmen versuche. Besonders die in Zukunft sichtbaren Kanten und Seiten werden von mir mit Hammer und Meißel unregelmäßig gebrochen und somit zu einer einigermaßen natürlichen Stein-Ansicht gebracht. Zudem ist es mein Ziel, die Platte im zum Wasser gewandten Teil zu einer Wasserschale mit Auslauf auszubilden. |
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Dazu schneide ich in engen, parallelen Abständen schmale Streifen mit einer Diamant-Trennscheibe in den extrem harten Granit. Die noch stehen gebliebenen Reste trenne ich mit dem Meißel heraus. So entsteht eine schalenartige Vertiefung, der ich letztendlich noch mit der Trennscheibe zu einer einigermaßen gleichmäßigen, glatten Oberfläche verhelfe. Auf diese Art bearbeite ich auch einige ausgewählte Lavabrocken, die ich schon seit Jahrzehnten regelmäßig von Sizilien-Urlauben vom Vulkan Ätna mitbringe. Bereits in der Mitte meines ersten Teiches habe ich vor langer Zeit eine kleine Insel aus Vulkangestein angelegt. Scherzhaft behaupte ich immer, dass ich den Ätna durch meine Besuche und Vulkanstein-Mitnahmen langsam aber sicher abtrage - wie gut, dass der regelmäßig aktive Vulkan stets frische Lava nachliefert. Viele der mitgebrachten Brocken liegen jedenfalls bei uns zuhause lediglich als Erinnerungen nutzlos herum - das soll sich nun mit meinem Plan für die plätschernden Kaskaden ändern. |
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| Kaskadenförmig soll nämlich das Wasser durch die einzelnen Wasserschalen herunterfließen. In wochenlanger Arbeit wähle ich daher entsprechende Lavaklumpen aus und bearbeite sie aufwändig. Nebenbei erfahre ich auch, dass die Vulkansteine von sehr unterschiedlicher Qualität sein können. Teilweise sehr massiv und schwer, andere mit vielen Lufteinschlüssen oder Rissen. Letztendlich sind sie eben alle aus einstmals flüssiger Lava entstanden, die manchmal als flüssige Masse (dann sehr dicht und schwer) oder auch als Schaum (allerdings dann leicht und sehr brüchig) erkaltet ist. Das zeigt sich dann allerdings bei einigen von mir bearbeiteten Brocken leider erst im allerletzten Moment - wenn mir nämlich eine nahezu fertig bearbeitete Wasserschale in der der Hand zerbröselt. |
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| Ganz oben am "Gipfel" meines Kaskaden-Projektes wird ein Quellstein wie eine Wasserschale ausgeformt sein, in deren Mitte sich dann an der tiefsten Stelle der Aus- bzw. Einfluss des Wassers befindet. Das bedeutet, dass eine Pumpe für den nötigen Wasserfluss sorgen muss. Dafür habe ich eine kleine 12 Volt-Pumpe bestellt, die von einem Photovoltaikmodul mit Strom versorgt wird. Die spezielle Pumpe selbst wird dann im Teich Unterwasser arbeiten. Für den Anschluss des von ihr geförderten Wassers zum Quellstein baue ich aus weiteren bearbeiteten Granitsteinen, die auch früher mal Teil der Grabumrandung waren, einen separaten, kleinen "Kellerraum", direkt auf dem hinteren Bereich der Granitsteinplatte, also hinter der Wasserschale. Auf dem "Dach" des "Kellerraums" (auch aus ehemaliger Grabumrandung) baut sich der Bachlauf aus Vulkangestein auf. | ||||||||
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| Beim ersten Probelauf - noch ohne Pumpe, nur mit einem Wasserschlauch oben eingefüllt - stelle ich übrigens fest, dass die kleinen Wasserschalen keine riesigen Wassermassen vertragen - trotzdem plätschert und tropft das Wasser stetig von oben nach unten, sicherlich künftig auch ein attraktiver Anziehungspunkt für Vögel und Insekten. | ||||||||
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Beim Gehäuse für die elektronische Drehzahlregelung muss ich erneut meine Kreativität beweisen. Das bestellte Bauteil ist nämlich nicht mit einem Gehäuse ausgestattet - der Hersteller ist wohl davon ausgegangen, dass es als Einschub in eine Konsole gedacht ist. Also muss ich mir einen eigenen, kleinen Kasten ausdenken, in dem die Drehzahlregelung Platz findet. Nach relativ kurzem Überlegen fällt mir die transparente 200 Gramm-Box von Ferrero Rocher ein. Davon habe ich sogar noch etwas herumliegen. |
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![]() Der einstmals transparenten Kunststoffbox sieht man nicht mehr an, dass mal "die beliebtesten und meistverkauften Pralinen weltweit" in ihr steckten |
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| Schnell ist das Kästchen für den neuen Zweck vorbereitet - Löcher gebohrt, ein Fenster für das kleine Display eingefügt. Zu guter Letzt das ganze Kästchen geschliffen und in mattem Silber lackiert. Seinen Platz findet der Drehzahlregler am verzinkten Pfeiler oberhalb des Ladereglers. Ein besonderer Dank geht an FERRERO!😀 Jetzt fehlt noch der letzte Schritt: die Pumpe muss zu Wasser gelassen werden. Ich habe sie auf ihrem Granitstein mit einem stabilen Drahtwerk versehen. Daran hänge ich sie in einer Tiefe von ca. 60 cm am Steg ein und vermeide damit, dass sie bis auf/in den (vermutlich schlammigen) Grund des Teiches sinkt. |
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![]() Die Pumpe auf ihrer versenkbaren Granitplattform | ||||||||
| Richtig blöd ist allerdings, dass beim Generalprobelauf der Drehzahlregler komplett versagt - er liefert nämlich einfach überhaupt keine Funktion. Also baue ich die kleine Ferrero-Box wieder auseinander, befreie das defekte Gerät und reklamiere es bei AMAZON. Sie wollen, dass ich das defekte Teil zurückschicke. Dabei fällt mir auf, dass der Verkäufer FangJieSuHu heißt... in dem Moment wird mir einiges klar! Trotzdem bestelle ich das gleiche Modell nochmals - FangJieSuHu bekommt also eine zweite Chance. Das heißt aber auch, dass sich die Fertigstellung meiner Wasserkaskade um ein paar Tage verzögert. Aber schließlich ist es doch soweit. Nach wochenlanger Vorbereitung sind endlich alle Arbeiten abgeschlossen und das erste "offizielle Wasser" kann durch Sonnenstrom über die drehzahlgeregelte Pumpe einlaufen. ... und einer der obligatorischen Frösche ist auch schon wieder da!🐸 | ||||||||
𝗜𝗻𝘁𝗲𝗿𝗲𝘀𝘀𝗲 𝗮𝗻 𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝗲𝗻 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲𝗻?
Ü𝗯𝗲𝗿𝘀𝗲𝘁𝘇𝘂𝗻𝗴
29 Juli 2026
Sommerprojekt: 𝙂𝙍𝘼𝙉𝙄𝙏 𝙈𝙀𝙀𝙏𝙎 𝙇𝘼𝙑𝘼 -> 𝙋𝙇Ä𝙏𝙎𝘾𝙃𝙀𝙍𝙉𝘿𝙀 𝙒𝘼𝙎𝙎𝙀𝙍𝙆𝘼𝙎𝙆𝘼𝘿𝙀
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