Sonntag, Mai 15, 2022

Wunsch versus bittere Wirklichkeit

An diesem Wochenende soll sich also endlich zeigen, ob der harte Lauf des Motors meines sonnengelben VW K 70 möglicherweise von einem Schaden im Kettenkasten an der Stirnseite des Triebwerks rührt. Dazu reise ich eigens fast 350 Kilometer in den Westerwald.




Zudem habe ich eine frische Kühlwasserpumpe dabei und einen Reparatursatz für die Bremssättel. Beides montiere ich schließlich ordnungsgemäß.

Besonders bei der Montage der Bremssättel bereiten mir meine großen Pfoten größte Schwierigkeiten - ich habe nämlich keine Schlangenfinger. Die bräuchte ich nämlich, um die unglaublich verbauten Bremssättel an ihre Stelle zu bringen. Insbesondere der Anschluss der Bremsleitungen, quer unter bzw. hinter der Ölwanne stellt mich stundenlang vor die größten Probleme.


Die neue Windmühle ist eingebaut

Bremssattel schick in Schale

Wie gut, dass auch meine Tochter Sandra angereist ist - sie bietet ein vorzügliches Catering, das alle Anwesenden an der Tafel im Schatten des K 70 Kompetenzzentrums verweilen lässt.


Sandra mit ihrer mobilen Küche im Caddy

Mittagessen im Schatten

Schließlich steht die Hauptsache dieser Mission auf dem Programm - das Öffnen des Kettenkastens. Sicherlich klingt meine Erwartung paradox: hoffentlich findet sich nach dem Öffnen des Deckels ein Schaden - z.B. des Kettenspanners.

Doch am Ende bin ich überaus enttäuscht, dass im Kettenkasten alles in bester Ordnung ist. Dieses Ergebnis der Fahndung nach der Ursache des harten Motorlaufs bedeutet nämlich, dass der Motor doch einen Lagerschaden aufweist. Und das wiederum bedeutet, dass der Motor demontiert und auseinandergenommen werden muss.


Leider viel zu unversehrt


Was mich am meisten wundert und ärgert ist, dass der Motor diesen Lagerschaden nicht im Betrieb, sondern während oder aufgrund seiner langen Standzeit erlitten hat. Und das, obwohl ich ihn über die vergangenen 24 Jahre mit Öl versorgt und per Hand in (mehr oder weniger regelmäßigen) Abständen weitergedreht habe.

Das Fazit dieser Reise zum K 70 Kompetenzzentrum ist daher für mich niederschmetternd. Ich habe so gehofft und bin am Ende sehr enttäuscht. - Das muss ich erstmal verdauen!


Ich bin noch lange nicht am Ziel!

Markus versucht, meine Laune durch ein kurzes Posing an einer (stets) brennenden Mülltonne vor seiner Halle mit Ghettoblaster auf der Schulter zu verbessern.


Der Schwob mit Ghettoblaster an der brennenden Mülltonne... nicht in der Bronx, sondern im Westerwald

Und auch Sandra möchte mich vom unerfreulichen Ergebnis der Motoruntersuchung ablenken und mit mir ans Deutsche Eck ins nahe Koblenz und dort vielleicht ein Eis essen. Also verlassen wir die Hallen - und meinen sonnengelben K 70.


Tja - da steht er wieder, mit lädiertem Herzen


Eisessen hilft gegen Frust

Zanny und ich am Deutschen Eck in Koblenz

Sandra wünscht ein Posing


Das Deutsche Eck mit Kaiser Wilhelm



Ein weiteres Kaiser Wilhelm Denkmal besuchen wir Pfingsten mit dem K 70 Club 


Festung Ehrenbreitenstein


Florinskirche


Mal wieder eine Heimreise in tiefen Gedanken...

3 Kommentare:

  1. Lagerschaden vom Stehen??? Wie soll das denn gehen ???

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn ich die Fachleute richtig verstehe, greift das im Motor befindliche Öl die Oberfläche des Materials an.

      Der Motor wird auseinander genommen - dann werden wir sehen, was mit den Pleuellagern los ist.

      Wie gesagt: ich habe den Motor vor 24 Jahren das letzte Mal laufen gehört - da war alles noch in Ordnung. Dann habe ich ihn ausgebaut, das Öl abgelassen und mit frischem Öl befüllt. Außerdem habe ich ihn hin und wieder von Hand über die Mutter in der Riemenscheibe auf der Kurbelwelle gedreht.

      Löschen
    2. Zur Frage nach dem Lagerschaden durch Stehen habe ich hier eine Erklärung gefunden:
      https://www.helpster.de/lagerschaden-beim-auto-erkennen-und-vermeiden_214982

      Löschen