Als mein Vater starb, stand fest, dass meinen beiden Schwestern und mir eine aufwรคndige Nachlassbewรคltigung bevorstand. Wir erbten ein groรes Zweifamilienhaus samt allem, was sich im Sitz unserer
Familiendynastie in den 50 Jahren seit seinem Aufbau so angesammelt hat. Das Rรคumen des Hauses ist das intensive Graben in der Vergangenheit der Familie. Unglaublich viele Gegenstรคnde erinnern an
schรถne aber auch weniger schรถne Geschichten mit ganz individuellen Emotionen. Es ist eine ganz eigene Welt unserer Familienkultur, die nur den รผbrig gebliebenen Familienmitgliedern etwas bedeuten.
Ein Rรผckblick auf die eigene Kindheit und Jugend, auch Erinnerungen an lรคngst verstorbene Verwandte und Bekannte. Auf jeden Fall eine seltsame Reise in die Vergangenheit und ein deutliches Zeichen
fรผr die Endlichkeit des Seins.
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Auch die alte Phonoanlage meiner Oma gehรถrt
(zumindest in Teilen) zum Nachlass. Ein paar Schellackplatten... teils noch
mit 78 Upm abzuspielen und der alte Dual-Plattenspieler. Auf dem Ding, das aussieht, als hรคtte man es erst neulich dem Wrack der Titanic entrissen,
spielte mir Oma einst ihre Lieblingsplatten vor. Willy Schneider - Keiner
nimmt was mit (von dieser Welt) zum Beispiel. Wahre Erkenntnis dieses Schlagers aus dem Jahre 1953: Wenn man stirbt, geht
man ohne jegliches Hab und Gut in die ewigen Jagdgrรผnde.
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Irgendwie wรคre es mir allerdings sehr recht
gewesen, wenn mein Vater seine komplette Dia-Sammlung mitgenommen hรคtte.
Kennt Ihr รผberhaupt noch Dias? Eigentlich heiรt es ja Dia-Positiv oder Umkehrfilm. "dia" ist altgriechisch und bedeutet "durch"... logisch - man
kann ja schlieรlich durchschauen! Es ist also ein fotografischer Film, der
nach seiner Entwicklung Grauwerte oder Farben in einer natรผrlichen Ansicht zeigt. So kann man das Bild durch eine
Projektion (z.B. an eine Wand) betrachten - quasi Kino mit starren (nicht
bewegten) Bildern.
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Diese Art der Fotografie erfreute sich
seinerzeits einer massenhaften Verbreitung. Sie stellte damals fรผr
Fotoamateure schlicht und einfach eine Mรถglichkeit dar, auf gรผnstige Weise
Farbbilder herzustellen. Dabei bestachen die Dias mit einem hohen Kontrastumfang. Seit
die digitale Fotografie jedoch auch bei den Fotoamateuren Einzug gehalten
hat, ist die Dia-Fotografie quasi ausgestorben. Diafilme bietet heute in sehr begrenzter Auswahl nur noch die
Fujifilm-Corporation an.
Meine Eltern begannen nach ihrer Schwarz-Weiร-Papier-Bilder-Zeit im Jahre 1964 mit der Fotografie auf Dia-Basis. Zeit genug, um bis zum Jahr 2002 Unmengen dieser Andenken zu erstellen. Bei der Sichtung des Nachlasses ist uns ein gigantisches Archiv in die Hรคnde gefallen. Fรผnf groรe Kartons habe ich aus dem Haus getragen... jeweils bestimmt 20 Kilo schwer. Meine Schwestern wollten sich nach dem Streร der Hausauflรถsung gern bei (ebenfalls anlรคsslich der Rรคumung im Vorrat gefundenen Getrรคnke... natรผrlich auch alkoholische!) die komplette Diashow reinziehen. Ich empfand eine platzsparende Sicherung der Dias durch Digitalisierung fรผr sinnvoller.
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Also besorgte ich mir einen guten Diascanner und machte mich an die Arbeit. Wochenlang zog ich die Dias einzeln aus ihren Magazinen, digitalisierte sie und steckte jedes Einzelne wieder zurรผck ins
Archiv. Zwischendurch hielt mich immer wieder das Befreien des Scanners von Staub, das Ordner benennen, das Markieren der fertigen Magazine auf. 38 Jahre Familiengeschichte zogen so nochmals an
meinen Augen vorbei. Bilder, die man nicht einfach achtlos entsorgen kann. Fรผr uns haben sie einen unschรคtzbaren Wert, schlieรlich protokollieren sie unsere Vergangenheit in Bildern. Man sagt ja
auch im Fall eines Wohnungsbrandes immer: rettet die Fotoalben - verbrennen sie, sind die Fotos meistens unwiderbringlich verloren.
Am Ende habe ich 318 Magazine mit insgesamt 13.850 Dias zu 26,1 Gigabyte digitalisiert. Fรผnf prall gefรผllte groรe Kartons mit Dias haben nun auf einem handlichen USB-Stick Platz gefunden.
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Bei dieser zeitgreifenden Beschรคftigung sind
mir einige spezielle Bilder aufgefallen. Hier nun die Sammlung dieser Bilder
der Mobilitรคtsentwicklung meiner familiรคren Umgebung. Es fehlen am Anfang ein paar Fotos von den ersten beiden VW Kรคfer meines Vaters - vielleicht finde ich die ja noch irgendwann irgendwo.
Viel Spaร!
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Dieses Auto ist eine Legende. Die grรถรten Kreuzungen in der Geschichte der Menschheit aufgenommen - in diesem Fahrzeug.
AntwortenLรถschen... ehm... welches? T4, T3, T2b, Audi 100, Renault 4, VW K 70, VW 411 LE, FIAT 126, FIAT 500, VW 1500, Ford P3?
Lรถschen