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Meine ersten Erfahrungen am Steuer eines Automobils machte ich auf Feldwegen im Moor am Volant des VW K 70 meines Vaters (siehe “Irgendwann fรคngt alles einmal an”). Auch die ausgedehnten Deutschland-, รsterreich- und Italientouren gemeinsam mit meinen Eltern, der Groรmutter und den beiden Schwestern fรผhrten schlieรlich dazu, dass ich mich mit diesem Auto infizierte und identifizierte. Irgendwann kam jedoch, wie es im Leben eines Autos immer kommen kann: der betagte Familienwagen wurde zugunsten eines neueren, anderen Fahrzeugs ausgemustert und verkauft.
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Dennoch verlor ich den K 70 nie aus den Augen. Immer eine mรถgliche Restauration im Hinterkopf, hielt ich mir „heimlich“ einen anderen alten K 70 in einer windschiefen Scheune. Dieser Wagen war jedoch so vom Rost befallen, dass es eines Tages, Anfangs der 80er Jahre, nur noch zu einem groรen „Schlachtfest“ reichte und die dabei „gewonnenen“ Teile eingelagert wurden. Wenig spรคter fiel mir ein sonnengelbes K 70-Sondermodell mit schwarzen Rallystreifen in die Hรคnde. Auch dieses fristete anschlieรend jahrelang eine triste Existenz unter einer groรen Kunststoffplane in einer Scheune.
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Mitte der 90er trug ich, der mittlerweile Familienvater Gewordene, mich mit Hausbauabsichten. So entstand neben dem neuen Einfamilienhaus in weiser Voraussicht eine nahezu ebenso groรe Garage, die fortan eine gerรคumige Werkstatt und genรผgend Abstellflรคche fรผr die anstehende Restauration und die angesammelten K 70-Teile bereithielt. Doch fรผr das gelbe Sondermodell aus der Scheune kam es wieder anders.
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Durch den ersten Kontakt zum 1. Internationalen K 70-Club erรถffnete sich mir die Mรถglichkeit, ein noch besseres (ebenso sonnengelbes) Fahrzeug zu erwerben. Dieses wurde in den darauffolgenden Jahren dann in der eigenen Garage aufwendig bearbeitet. Durch in Ausbildung, Beruf und Freizeit angeeignete Fรคhig- und Fertigkeiten in der Metallbearbeitung, konnte ich als K 70-Retter die meisten Arbeiten selbst erledigen. Dennoch braucht gut Ding auch Weile – und finanzielle Zuwendung – und so wartet er zur Zeit noch immer auf seine Lackierung und natรผrlich die anschlieรende Montage.
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2002 fand sich dann durch das Internet zufรคllig ein nahezu fahrfertiges Objekt in einem Hรผhnerstall in der Nรคhe von Bremen. Dieser marathonmetallic (hellblau) - farbene K 70 bereichert seitdem den Fuhrpark der Familie und nimmt zudem an heimischen Oldtimertreffen oder Clubtreffen in den Niederlanden, Baden-Wรผrttemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder Hessen teil.
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Von ahnungslosen Betrachtern werde ich gelegentlich gefragt, warum es denn ausgerechnet ein VW K 70 sein musste. Die Antwort darauf lautet: Das Fahrzeug muss irgendwann im Leben eine Rolle gespielt haben. Und sei es nur, dass ich es mir sehnlichst wรผnschte, als ich 17 war. Mit dem fertigen Auto muss sich unbedingt ein Traum erfรผllen, dann stimmt die Richtung. Es ist also ein Irrtum, dass der Spaร bei einem Bugatti, Maybach oder Mercedes SSK grรถรer als groร ist. Ein Bugatti zum Beispiel hat nie in meinem Leben irgendeine Rolle gespielt.
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Aber der VW K 70 von 1973, nur 75 PS stark, war das Auto meiner Kindheit. Mein Vater besaร ihn und meine Familie machte damals mit ihm herrliche Reisen, von Niedersachsen bis nach Tirol zum Beispiel. Dieses Auto kann niemand kaufen, auch nicht im Tausch, Zug um Zug gegen einen Bugatti – ihr kรถnnt mich auf die Probe stellen.
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Das ganz groรe Herzklopfen stellt sich nicht beim Anblick der Staatskarosse des Audi A 8 ein, den Altkanzler Gerhard Schrรถder fuhr, auch nicht, wenn man vor dem BMW 750 iL von Pierce Brosnan als James Bond steht, sondern dann, wenn man „sein“ Auto wieder sieht. Das kann ein Fiesta sein, ein Golf oder ein billiger Corsa oder gar nur ein Daihatsu oder eben ein VW K 70.
Man sollte also nicht nach einem Oldtimer suchen, der gerade „in“ ist, sondern nach dem, der in einem drin ist.
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Freitag, 1. Oktober 2010
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THEMENFELD:
VW K 70
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