Ein Rรผckblick
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Der Beginn meiner Mobilitรคt
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In manchen Dingen war ich ein sogenannter Spรคtzรผnder. Mit neunzehn Jahren kreuzte ich jedenfalls noch Tag fรผr Tag mit meinem Fahrrad durch die norddeutsche Tiefebene und verlor kaum Gedanken an einen motorisierten fahrbaren Untersatz. Ich hatte ja nicht mal einen Fรผhrerschein.
Mein Vater, der zugegebenermaรen noch รผberaus bestimmend auf mich einwirkte, war lange der festen รberzeugung, dass ich Sohn mich auf die pflichtgemรครe Erfรผllung meiner schulischen Leistungen zu konzentrieren hatte – Fรผhrerschein und Auto hรคtten da nur abgelenkt.
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Desto mehr durfte ich mich darรผber wundern, dass er eines Tages dennoch anbot, mir auf entlegenen Wegen im nahen Moor das Autofahren beizubringen. Also lieร ich mich nicht lange bitten und fand mich wenig spรคter am Lenkrad unseres Familienautos, einem rotmetallicfarbenen VW K 70, wieder.
Ziemlich genau erinnere ich mich dann auch an das unbeschreibliche Gefรผhl, als sich das Gefรคhrt allein durch meinen Einsatz in Bewegung setzte. In kurzer Zeit lernte ich den richtigen Umgang mit Kupplung, Bremse und Gas, konnte Kurven fahren und Abbiegen.
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Vater's VW K 70 - damit habe ich meine ersten Meter gefahren
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Zwischen seinen Anleitungen hielt mein Vater immer Ausschau nach sich nรคhernden Fahrzeugen – das Moor war zwar groร und leer. Dennoch gehรถrten seine Wege zum รถffentlichen Verkehrsraum und durften somit natรผrlich nur mit gรผltiger Fahrerlaubnis befahren werden. Natรผrlich war auch den Gesetzeshรผtern diese Gegend hinlรคnglich als riesiger Verkehrsรผbungplatz bekannt. Dank der umsichtigen Aufmerksamkeit meines Vaters wurden wir jedoch glรผcklicherweise niemals erwischt.
Nach einer der letzten Fahrstunden dieser Art, tauschten wir auf dem Heimweg, nicht wie sonst beim Verlassen der Moorwege, wieder die Plรคtze. Es dรคmmerte bereits und mein Vater lieร mich รผber die Grenze der unbewohnten Gegend hinweg direkt zurรผck in die „Zivilisation“ bis zur Garage vor unser Haus fahren.
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... auf solch einem BMW (E 21 in genau dieser Farbe) habe ich meinen Fรผhrerschein gemacht
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Ein wenig spรคter meldete ich mich in einer Fahrschule meines Vertrauens an.
Nach einigen Stunden Theorie terminierte der Fahrlehrer meine erste offizielle Fahrstunde. Seltsamerweise kann ich mich heute bei Weitem nicht mehr so gut an die Details dieser ersten offiziellen Fahrstunde erinnern, wie an die erste Moorstunde mit meinem Vater.
Das Fahrschulauto war jedenfalls ein feuerroter BMW 316 (E21). Ich entsinne mich noch sehr genau an die Worte des Fahrlehrers nach dieser Fahrstunde. „Na, da haben wir aber schon ordentlich geรผbt!“ grinste er mich augenzwinkernd an.
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Ich habe trotz aller Vorkenntnisse viel Spaร bei meinen Fahrstunden gehabt und natรผrlich auch viel Nรผtzliches gelernt. Das von Vielen so gehasste Einparken zum Beispiel, gelingt nach der gelernten Methode noch heute perfekt.
Eine geniale Mischung aus frisch an den Fahrschรผler gebrachtes Fachwissen, eigenes Interesse und erkannten Fรคhigkeiten haben dazu gefรผhrt, dass Gรผnter, so hieร mein Fahrlehrer, aus mir einen begeisterten Autofahrer gemacht hat.
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El Gigante steht auf K 70 (Foto ca. 1983)
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Letztendlich ist er damit fรผr mich sogar zu einem Vorbild geworden. Denn heute bin ich selbst Fahrlehrer und versuche die gleiche Begeisterung an meine Fahrschรผler weiterzugeben.
Leider ist Gรผnter vor einigen Jahren verstorben. Vielleicht lebt er ja ein bisschen in mir weiter. So, wie in mir auch das Auto weiter lebt, mit dem ich einstmals meine ersten Milli-, Zenti- und Meter zurรผckgelegt habe, der VW K 70.
Leider ist der Wagen meines Vaters wenige Jahre nach meinem Einstieg in das Autofahrerleben gegen einen AUDI 100 5S CL ausgetauscht worden.
Doch ich hatte mir lange in Scheunen und Garagen die Relikte meiner automobilen Wurzeln bewahrt. Seit einigen Jahren gehรถrt eines dieser mittlerweile recht seltenen Fahrzeuge zu meinem Fuhrpark. Einen Zweiten habe ich รผbrigens nach aufwรคndiger Restauration noch unfertig in der Pipeline... ehm... der Garage stehen.
Das ist doch Stoff fรผr weitere Geschichten, oder?
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