<<Kapitel 7<<
Wenn Menschen feiern wollen und dafรผr viel Platz benรถtigen, kommen sie auf die verwegensten Ideen. So stand ich nรคmlich irgendwann mit wirklich allem, was ich an Sound-Equipment zu bieten hatte, in einer leeren Kartoffelhalle.
Diese Halle war allerdings noch ganz neu und unbenutzt, daher natรผrlich auch noch ganz sauber. Im Herbst, zur Kartoffelernte, werden solch beheizbaren Lager bis oben hin mit den beliebten Erdรคpfeln gefรผllt. Bei entsprechendem Marktpreis verkauft der geschรคftstรผchtige Landwirt seine Bestรคnde dann spรคter wieder – Angebot und Nachfrage: so also funktioniert eben eine Kartoffel-Bรถrse.
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Doch vorher sollte jedoch darin noch eine Familienfeier abgehalten werden. Deshalb war dort ein Stand fรผr Getrรคnke aufgebaut, mehrere Reihen Bierzelt-Garnituren boten den Gรคsten den nรถtigen Platz zum Sitzen und Essen. Auรerdem war die Halle festlich mit bunten Girlanden und Birkengrรผn geschmรผckt.
Jeder, der solche Locations beschallen muss, schlรคgt sich mit dem gleichen Problem herum. Denn akustisch wirken die glatten, kahlen Wรคnde dieser Hallen wie eine Kirche oder ein Badezimmer. Es ist eben nichts vorhanden, was irgendwie schalldรคmmend oder schallschluckend wirken kรถnnte. Dementsprechend hallt und echot es meistens unertrรคglich. Lediglich die Masse der Gรคste macht sich spรคter durchaus positiv auf diesen Umstand bemerkbar. Doch zum Zeitpunkt des Aufbaus und des Soundchecks ist dieser Faktor meistens leider nicht berechenbar. Ob der Sound okay ist, merkt man also erst wรคhrend der Party.
Glรผcklicherweise gelang mir in der besagten Kartoffelhalle jedoch ein einigermaรen annehmbarer Klang. Die Gรคste hatten schlieรlich viel Spaร und tanzten eifrig. Unter ihnen auch ein auffallend adrett gekleideter junger Mann, der zu spรคterer Stunde zu mir kam und mich sehr interessiert zu allen mรถglichen Dingen meines Jobs als DJ befragte. Zum Schluss dieses Gesprรคches bat er mich ganz geheimnisvoll, dass ich ihn doch mal in der Woche nach diesem Event anrufen mรถge – er habe eine ganz besondere Idee und die wollte er mir unbedingt vorstellen. Deshalb รผbergab er mir eine Visitenkarte. Darauf war zu lesen, dass der junge Gast sogar einen Doktortitel fรผhrte. Anhand seines Namens erkannte ich einen der einflussreichsten Unternehmer des Ortes.
Wenige Tage spรคter vereinbarte ich tatsรคchlich diesen Termin. |
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Albert, so hieร der junge Mann von der Kartoffelhallen-Party, wollte unbedingt von mir gedutzt werden. Wir unterhielten uns im „Kontor“, einem Bรผro in seiner Firma fรผr landwirtschaftliche Wirtschaftsgรผter. Er handelte also mit Getreide, Kartoffeln, Dรผngemitteln, aber auch mit Baustoffen und landwirtschaftlichem Equipment. Zudem gehรถrten ihm Hรคuser, Grundstรผcke und Lรคden im Ort.
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Und nun hatte er also eine Idee. Er wollte nรคmlich fรผr die Menschen in seinem Ort aktiv werden. Sein geplanter Beitrag zu diesem Vorhaben: einen regionalen Radiosender grรผnden. Dafรผr suchte er geeignete Mitstreiter. Seiner Vorstellung nach sollte ich mich um die technischen Voraussetzungen dieses Senders kรผmmern. Auch ein Teil der spรคteren Ausfรผhrungen, sprich Moderationen etc., trug er mir an. Es รผberraschte und ehrte mich wirklich, dass Albert ausgerechnet mir einen Platz in seiner Vision anbot. Wรคhrenddessen stellte er mir die mรถglichen Rรคumlichkeiten im Dachgeschoss seines Bรผrogebรคudes vor.
Auch รผber eine weitere, sehr wichtige Voraussetzung, hatte er sich bereits Gedanken gemacht: eine Sendelizenz. Denn er wusste, dass jemand im Ort zufรคllig im ungenutzten Besitz einer solchen Genehmigung ist. Dieser Jemand musste daher besucht und gefragt werden, ob er seine Lizenz fรผr dieses Projekt einsetzen und zur Verfรผgung stellen wรผrde.
Bei diesem Besuch, ein paar Tage spรคter, trafen wir einen รคlteren Herrn, der frรผher wohl Flieger oder beim Militรคr war. Stolz prรคsentierte er uns tatsรคchlich eine Sendelizenz. Alberts‘ Radiosender-Idee begrรผรte er ausdrรผcklich und sicherte ihm die nรถtige Unterstรผtzung durch das Nutzen der Lizenz zu. Allerdings warf er auch gleich ein, dass die endgรผltige Umsetzung des Plans wohl รคuรerst schwierig werden dรผrfte. Die staatlichen Voraussetzungen fรผr den Schritt zur ersten eigenen ausgestrahlten Sendung stellten (wie auch heute noch) angeblich nahezu unรผberwindbare Hรผrden dar. Das hรคnge vor allem von politischen Entscheidungen ab – dadurch ziehe sich ein solcher Vorgang ewig in die Lรคnge. Politik halt mal wieder!
Ein zusรคtzlicher Wermutstropfen stellte besonders fรผr mich eine Bedingung des Gesprรคchspartners dar. Der begeisterte Keyboarder wollte nรคmlich auf dem neu zu grรผndenden Sender unbedingt seine eigene Musik prรคsentieren. Ich meine mich heute erinnern zu kรถnnen, dass er sogar selbst produzierte CDs besaร. Fรผr eben diese Musik sollten in dem geplanten Hรถrfunk ausreichende Sendezeiten zugesichert werden.
Und genau diese Aussicht auf stundenlange Hammondorgel-Medleys oder Volksmusik-Interpretationen gefiel mir รผberhaupt nicht. Wer wรผrde so etwas freiwillig und stรคndig hรถren wollen? Wie lange wรผrde sich ein solches Programm denn in der Gunst der zukรผnftigen Hรถrer halten?
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Eine weitere nicht zu unterschรคtzende Hรผrde in Albert's Vision eines solchen Senders sah ich in meiner ganz persรถnlichen finanziellen Versorgung. Wie sollte ich mit diesem Job meine Familie ernรคhren?
Die ganze Idee war sicherlich irgendwie reizvoll, entpuppte sich jedoch bei nรคherer Betrachtung immer mehr zu einem wahren Himmelfahrtskommando. Zu viele „Wenn“ und „Aber“ machten dieses Projekt zu einem absolut unsicheren und mit etlichen Unwรคgbarkeiten besetzten Wagnis.
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Leider hรถrte ich nie wieder etwas von Albert und seinem/unserem Traum vom eigenen Radiosender. Die Sache verlief somit im Sand, wo sie offenbar auch spurlos versickerte.
>>Kapitel 9>>
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๐๐ป๐๐ฒ๐ฟ๐ฒ๐๐๐ฒ ๐ฎ๐ป ๐๐ฒ๐ถ๐๐ฒ๐ฟ๐ฒ๐ป ๐๐ฒ๐๐ฐ๐ต๐ถ๐ฐ๐ต๐๐ฒ๐ป?
ร๐ฏ๐ฒ๐ฟ๐๐ฒ๐๐๐๐ป๐ด
26 Juni 2015
๐๐๐๐ฃ๐ ๐ฟ๐ -๐ฝ๐๐ค๐๐ง๐๐๐๐ - ๐๐๐ฅ๐๐ฉ๐๐ก ๐ด: "๐๐๐๐๐ ๐๐๐๐๐๐๐๐" - ๐๐๐๐๐๐๐๐ ๐๐๐ ๐ร๐๐๐๐๐๐๐๐๐๐๐
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