Freitag, 12. Dezember 2014

Automobiler Almanach 2014

Im Jahr 2014 war in automobiler Hinsicht für mich und um mich herum Einiges in Bewegung. Gilt ja vielleicht der Kauf eines einzigen nagelneuen Autos für Otto Normalverbraucher als DAS Highlight eines Jahres - mir und meiner Familie stehen am Jahresende mehr oder weniger NEUN Automobile zur Verfügung.

Es war schon vorher voll auf unserem Hof


Am 1.April lief unser frisch restaurierter REDSTAR vom Stapel. Mit seinem Saisonkennzeichen wird er uns durch die künftigen Sommer - jeweils von April bis Oktober - begleiten. Während der nächsten vier Monate bereiteten wir ihn auf seinen ersten großen Einsatz vor: unsere Urlaubsreise nach Sizilien.

Mitte April liessen wir bei einem Bekannten (und KFZ-Sachverständigen) in Delbrück bei Paderborn ein Wertgutachten über unseren Multivan erstellen. Fasst 12.000,- EUR sind doch ein vernünftiges Ergebnis für eineinhalb Jahre harter Restauration, finde ich.

Mit Lars am Strand von St. Peter-Ording

Anfang Mai besuchten wir Lars im schleswig-holsteinischen Süderdeich mit unserem roten Bulli. Außerdem holten wir dabei ein "neues"   gebrauchtes Kombiinstrument von Dithmarschenbulli ab. Nebenbei entstanden auch eine Reihe schicker REDSTAR-Fotos am Strand von St. Peter-Ording.

Auf dem Rückweg warf ich in Pinneberg noch eben einen Blick auf die Bundeswehr-Kaserne, in der ich vor dreißig Jahren meinen Grundwehrdienst ableisten musste.

♫♪♪♫♪... vor der Kaserne ♫♪♪♫♪

Unterwegs zum K 70-Pfingsttreffen

Pfingsten (Anfang Juni) fuhren wir im Minikonvoi zum K 70-Treffen in die Eifel.

Bei bis zu 35°C waren wir natürlich mit dem K 70, gelenkt durch Sohn Lukas, Marcel mit seinem Audi Coupè und den REDSTAR vertreten.

Zwei Wochen später ging es nach Fehmarn zum Midsummer-Bulli-Festival. Eigentlich. Denn uneigentlich besichtigten wir auch noch einen VW Multivan in Havetoftloit bei Böcklund im Dunstkreis Flensburgs.

Und das kam so: nachdem unser REDSTAR gebrauchsfertig war, wollte auch Stiefsohn Marcel mal damit fahren. Und schon war`s passiert. Er fand Gefallen an dem Fahrzeug.

Unser REDSTAR vor der Fehmarnsundbrücke
Ein REDSTAR-Bruder
Da er am 20. Juni zu seinem 18. Geburtstag über eine nicht unerhebliche Menge Geld aus einer Erbschaft verfügen konnte, hielt er Ausschau nach einem VW T3. Und fand per Internet jenen Bluestar, den wir nun für ihn im hohen Norden besichtigten.

Dieser Bulli hatte für gut 6.000, EUR einen kleinen Schönheitsfehler im wahrsten Sinne des Wortes. Sein Vor-Vorbesitzer hatte ihn "untenrum" weiß gemacht und mit einer uncoolen blau-weiß-roten Surferwelle versehen. Seine Grundsubstanz machte allerdings einen überzeugenden Eindruck. Auch, dass man ihm bereits einen 90 PS-TDI-Motor verpasst hatte, machte die Sache durchaus interessant.

Spät nachts erreichten wir Fehmarn. Am nächsten Tag fuhren wir mit all den VW-Bullis im Konvoi über die Insel - es waren Hunderte aus allen Baujahren in allen erdenklichen Zuständen. Unser REDSTAR fand sehr viele Bewunderer. Und es gab nur noch einen weiteren REDSTAR aus dem Landkreis Celle.

... und noch ein T3

Ende Juni, eine Woche später und eine Woche nach Marcel's Geburtstag hiess unser Ziel erneut Havetoftloit. Ich hatte bei Google Earth einen Ort ganz in der Nähe entdeckt, in dem noch vor ein paar Jahren unser REDSTAR mal beheimatet war. Bevor wir Marcel's weissen Bluestar abholten, suchten wir die ehemaligen Besitzer unseres REDSTARs auf. Die freuten sich über das überraschende Wiedersehen und den guten Zustand des Wagens.

Ehemalige Besitzer

Kleiner Fox
... mit TÜV und neuem Kennzeichen
Ein paar Wochen vorher, Ende Mai, entschied Marcel, das auf unserem Hof stehende VW Polo Fox Coupé doch nicht selbst zu fahren. Viel lieber wollte er sich zunächst auf sein Audi Coupè konzentrieren.

Meine Frau hatte folglich die Idee, dass ich ja vielleicht während der Sommersaison meinen geliebten Audi A2 schonen könnte und stattdessen für meine Fahrten zur Arbeit den Polo nehmen könnte.

Nachdem ich den kompletten Vatertag mit dem Polieren des bis dato schweinchenrosafarbenen Fox verbrachte und das Fahrzeug schließlich in tadellosem Tornadorot und obendrein nahezu rostfrei vor mir stand, stimmte ich Olivia's Idee zu.

Eine Woche später klebte nach bestandener Hauptuntersuchung eine Plakette auf dem frisch erteilten Saisonkennzeichen und mein abgemeldeter A2 ruhte den Sommer über unter einem schützenden Cover.
Am letzten Juli-Wochenende half mir K 70-Club-Kamerad André aus Seevetal (vor den Toren Hamburgs) bei der Installation einer Geschwindigkeitsregelanlage in den REDSTAR. Blöderweise akzeptierte der WAECO-Tempomat das digitale Geschwindigkeitssignal (das auch durch das serienmäßige VW-Gamma-Radio für seine geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeanpassung GALA vom Tacho genutzt wird) nicht. Wieder zuhause montierte ich ziemlich genervt den mitgelieferten Magnetsensor an einer Bulli-Antriebswelle... mit Erfolg!

Der ganze August brillierte endlich durch unseren Urlaub auf Sizilien. Mit zwei Bullis knapp 5.500 Kilometer durch meist glühende italienische Hitze. Inklusive Reise auf den zur Zeit brodelnden Vulkan Ätna.

Bulli-Shooting auf Sizilien
Nächtliche Panda-Hinrichtung

Nur die nächtliche Rückfahrt vom Ätna in unseren Urlaubsort Menfi wurde ja leider jäh durch einen quer schießenden FIAT PANDA unterbrochen - aber eben nur unterbrochen. Während die Reise für den PANDA an dem Kreisverkehr (ziemlich sicher) für immer beendet war, konnte Marcel und sein weisser BLUESTAR nur wenig beeindru(e)ckt fortfahren.

Bis auf diesen unerfreulichen Zwischenfall verlief unsere Urlaubsreise automobil eher unspektakulär.

Urlaubsbild des Jahres: REDSTAR am Fuße des brodelnden Ätna

Gut, dem REDSTAR habe ich mittlerweile eine neue Ölwanne nebst Dichtung verpasst. Sein ständiges Ölgetröpfel war einerseits echt nervig, andererseits peinlich. Vor dem Urlaub war das Fahrzeug deshalb bestimmt vier Mal in der Werkstatt - unterm Strich leider ohne Erfolg. Ständig klebten reichlich Ölspritzer auf der Heckklappe.

Panda geknutscht
Mit der Schadensaufnahme an Marcel's Bulli hat seine Vollkaskoversicherung einen Gutachter beauftragt. In Zusammenarbeit mit der ausführenden Werkstatt einigte man sich mittlerweile auf die Erneuerung der kompletten Fahrzeugfront.

Aufgrund der umfassenden Arbeiten wird Marcel die Aktion wohl zudem vernünftigerweise auf eine sowieso fällige Ganzlackierung erweitern.
Im Oktober passierte mir dann ein peinlicher und zudem folgenschwerer Fehler. Ich erbrachte damit den eindeutigen Beweis, dass ich nicht multitaskingfähig bin. Dazu war ich mit dem Polo zum Tanken gefahren. Als ich gerade an der Zapfsäule hielt, klingelte mein Handy - ich nahm das Gespräch per Bluetooth-Headset an und unterhielt mich angeregt mit meiner Schwester. Gleichzeitig bediente ich zunächst den Tankautomaten und dann die Zapfpistole. Dabei füllte ich den Tank randvoll. Anschließend verschloß ich ihn und ließ den Tankautomaten eine Quittung ausdrucken.

Schließlich wollte ich die Tankdaten gerade in mein Tankheftchen eintragen, als mich der Literpreis stutzig machte: wieso kostete Super Benzin plötzlich nur 1,27 9? Im gleichen Moment wurde mir klar, dass das der Dieselpreis war - ich hatte also den Tank des 87er Polo Fox mit fast vierzig Litern Diesel statt mit Benzin gefüllt. Blöderweise passierte das ausgerechnet unter Zeitdruck. Mir blieb leider nichts anderes übrig, als so weit wie möglich zu fahren... es war dann letztendlich gerade mal ein Kilometer. Den Rest musste ich rennen bzw. nahm dann den K 70.

Am darauf folgenden Wochenende ließ ich den Dieselkraftstoff ab. Dann lief der Motor mit Benzin direkt aus dem Kanister. Und zuletzt füllte ich den Tank mit dem richtigen Sprit. Offensichtlich waren darin jedoch immernoch Dieselreste - der Polo qualmte jedenfalls wie ein Grill. Aber er lief. Und zwar ziemlich genau eine Woche lang. Eines Abends blieb er mir nämlich auf dem Weg von der Arbeit stehen. Ich orgelte ein wenig herum und er sprang wieder an, fuhr sogar wieder ein paar Kilometer. Blieb dann wieder stehen und sprang nach Rumgeorgel erneut an. Allerdings zischte und fauchte der Motor seltsam. Nach wenigen Kilometern war dann entgültig Schluß - Olivia holte mich per A2 und Abschleppseil nach Hause.

Also demontierte ich die komplette Abgasanlage und stellte dann einen kapitalen Katalysatorschaden fest. Das Katgehäuse und auch der Endtopf des Auspuffs konnten als Sambarasseln dienen. Denn nachdem ich mit einer Eisenstange und einem Hammer das Innenleben des Katalysators vollends gelöst hatte, klapperten die Klumpen im Abgasstrang herum. Allerdings: seit ich den Polo fuhr, klapperte ständig irgendetwas im Endtopf - war der Katalysator etwa bereits vorgeschädigt? Wir werden es wohl nicht mehr erfahren.

Das war mal das Innenleben des Polo-Katalysators
Nun startete ich den Motor. Zu meinem Erstaunen lief er wieder, nahm aber kaum Gas an. Und er pustete aus der Kurbelgehäuseentlüftung, was sich so ähnlich anhörte, wie dieser komische Absaugschlauch bei einem Zahnarzt. Als sich dann irgendwann doch Gas geben ließ, hörte es sich an, als ob ein Löwe grollt. Tja - das war's dann wohl! Der sich durch den verstopften Katalysator aufgebaute Abgasdruck wird die Kolbenringe geschädigt haben. Anbetrachts der Tatsache, dass ein funktionierender Motor im Internet für unter 100,- EUR zu erhalten ist, lohnt sich eine Reparatur nicht.

Kurzerhand habe ich also einen gebrauchten HZ-Motor für den armen, geschundenen Polo (... ich schäme mich, ehrlich!) besorgt... mal sehen, wann ich den einbaue - bis April nächsten Jahres ist ja Zeit. Dann hat der Fox wieder Saison.


Seit Ende Oktober gibt es übrigens ein weiteres Auto auf unserem Hof. Marcel hat sich einen VW Passat Variant B5 (Typ 3B) als Winterauto gekauft.

Winterlager
REDSTAR im Winterschlaf
Garagenanbau
Garagenanbau von aussen... noch nicht ganz fertig

Kommentare:

  1. Hey El,

    das war ja wirklich ein spannendes Jahr für euch! Euer Fuhrpark kann sich ja wirklich sehen lassen. Der neue Garagenanbau gefällt mir auch prima! Das ist ja fast wie ein kleines Privat-Museum, bei den ganzen Schmuckstücken.

    Es war auch sehr schön, euch in diesem Jahr persönlich kennenzulernen. Vielleicht schaffen wir es ja, uns im nächsten Jahr noch einmal zu treffen. Vielleicht fahre ich dann schon ein Stück beigefarbenes Blech :D.

    Schöne Grüße
    Lars

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  2. Was soll ich sagen, Grundstück besser nutzen oder ein Stück Feld kaufen, Halle drauf, aber nicht zu klein planen (ich weiß, wovon ich rede) und dann Autos stapeln und gut ists
    Gruß aus WW
    Peter

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  3. Der Trend geht ja sowieso eher zum viert-bis fünftauto... ;)

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  4. Na ja - das Jahr ist noch nicht ganz am Ende... da bahnen sich schon wieder Neuigkeiten an - darüber berichte ich aber erst im neuen Jahr!

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