Sonntag, 18. Juni 2017

31. Internationales K70- Club - Pfingsttreffen 2017 in Österreich

Noch nie sind wir für ein K 70-Pfingsttreffen so viele Kilometer gefahren! In diesem Jahr treffen sich die kantigen VW in der Wachau, in Österreich. Fast 900 Kilometer entfernt liegt Willersbach, dort befindet sich „unser“ Hotel, genau da soll während des Treffens auch der allmorgendliche Sammelpunkt aller Teilnehmer sein.

Wir starten zu unserer Reise schon am Donnerstagabend. Nach der Arbeit ist unser Ziel zunächst mal Hillscheid im Westerwald. Neben unserem K 70 ist auch das Audi Cabrio dabei. Es bleibt dort über Pfingsten für eine große Inspektion in der Youngtimer-Garage bei Markus Retz, der leider nicht am K 70-Treffen in Österreich teilnehmen kann. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit liefern wir das Cabrio dort ab. Die Nacht verbringen wir bei Peter und Jutta Rodenberg.

Zusammen mit Rodenbergs brechen wir am Freitagmorgen auf. Zwei K 70 auf dem Weg nach Österreich. Kaum eine halbe Stunde unterwegs schwitzen wir bereits im Stau auf der A3. Einige Kilometer voraus blockiert ein ausgebrannter LKW den Verkehr. Es gibt leider keine Möglichkeit einer Umleitung.

Doch dieses soll nicht der einzige Stau auf unserer Reise gewesen sein – am Ende, nach etwa 14 Stunden Gesamtfahrt - werden wir überschlägig gut 3 Stunden in Staus gestanden haben. Es ist bereits dunkel und hat etwas gewittert, als wir ziemlich geschafft vor unserem Hotel an der Donau neben ein paar weiteren K 70 parken. Wir genehmigen uns in der Runde der bereits Anwesenden noch ein kühles Bier und verschwinden dann in unserem Hotelzimmer.


Das offizielle Programm dieses 31. Pfingsttreffens beginnt am Samstagmorgen. Zunächst gratuliert die Runde Organisator Konrad mit einem gesungenen Ständchen zum Geburtstag. Nach dem Frühstück treffen immer mehr Teilnehmer und K 70 auf dem Parkplatz in der Sonne vor dem Gasthof Krenn in Willersbach ein. Der gutgelaunte Organisator Konrad Aigner nebst Lebensgefährtin Franziska Hack lässt eine feurige Gulaschsuppe sowie kühle Getränke servieren, bevor der gesamte Konvoi zum Wahrzeichen der Wachau, dem Benediktinerkloster Stift Melk rechts der Donau aufbricht.


Dort erwartet uns eine Führung durch den Kaisertrakt und das Museum. Da wir in diesem Jahr einige „Fußkranke“ zu beklagen haben (ich gehöre leider wegen eines eingeklemmten Ischiasnervs ebenfalls dazu), sind die wenigen Sitzgelegenheiten heiß begehrt. So schleicht die Menge bei drückender Hitze von Raum zu Raum. Auch durch den Marmorsaal und die reich bestückte Bibliothek mit Deckenfresken von Paul Troger, einem der bedeutendsten österreichischen Maler des Barocks.

Weil mein Ischias nervt, begebe ich mich zügig zurück zum K 70 und mache es mir im Schatten bequem. Nachdem sich schließlich alle Beteiligten wieder auf dem Parkplatz eingefunden haben, werden wir von Konrad's tiefseegrünem K 70 an der Konvoispitze zum Wallfahrtsort Maria Taferl geleitet. Nach einem Blick in die Wallfahrtsbasilika mit ihren auffallend vielen Beichtstühlen genießen wir auf dem Vorplatz das weite Panorama über das sonnige Donautal. Schließlich geht es zurück zum Gasthof Krenn.

Mein Fan










Dort erwartet uns ein illustrer Abend mit gutem Essen und Trinken, vielen Gesprächen und einer zünftigen Musikkapelle, in der sogar der Sohn unseres Organisators mitmusiziert. Es ist lange stockdunkel, als wir in unserem Hotelzimmer verschwinden. Doch damit ist dieser Abend noch lange nicht gelaufen – draußen, unterhalb unseres Balkons, sitzen nämlich Clubveteranen und unterhalten sich lautstark über Mißstände im Club. Der Wortführer nöhlt wortreich über Teilepool und Ausgaben für Nachfertigungen. Gemeinsam zieht die Gruppe über Vorständler her. Dabei werden viele Halb- und Unwahrheiten verbreitet. Da mich diese Art stark an Mobbing erinnert, nehme ich mir für dieses Treffen vor, die Querulanten im Auge zu behalten. In dieser Nacht kreisen meine Gedanken... solch eine Action hätte ich von diesen Leuten nicht erwartet.

Als wir am nächsten Morgen (Sonntag) zum Frühstück an unserem Tisch Platz nehmen, werden wir bereits von den nächtlichen Rädelsführern argwöhnisch aus dem Augenwinkel beobachtet. Wir lassen uns erstmal nicht aus der Ruhe bringen. Nach dem Frühstück brechen wir zu einer Rundfahrt durch die Wachau auf. Auf einem Parkplatz findet ein clubtypisches Fotoshooting statt. Außerdem wird Marillenschnaps gereicht... ein passendes Getränk für die Wachau, aber für Autofahrer? Das erste heutige Ziel heißt Dürnstein. Hier wollen wir in die historische Altstadt und zu einer Burgruine. Leider ist das alles nur zu Fuss zu erreichen... wie gesagt – wir haben dieses Mal viele „Fußkranke“ im Schlepptau. Da auch unser aufmüpfiger Meuterer zu dieser Gruppe gehört, organsiert der Vorstand kurzerhand auf Clubkosten einen bereitstehenden Straßenzug für den Transfer in die Stadt sowie retour und erntet prompt seinen spitzen Kommentar: „Der Club muss es ja haben, dass er sich sowas leisten kann!“ Undank ist der Welten Lohn. Wie man`s macht, macht man´s verkehrt!













Wir schlendern ein wenig durch die Gassen der alten Stadt. Einige Teilnehmer erklimmen auch die Burgruine und haben dort eine gute Aussicht. Anschließend treffen sich alle wieder an der Haltestelle des Straßenzuges mit dem es zurück zum Parkplatz geht. Der Tag endet wieder beim Gasthof Krenn. Nach dem Abendessen badet mein Sohn Lukas mit mir in der Donau. Etwas später liefert meine Drohne ein paar schöne Luftbilder vom Donautal und unserem Hotel mit den davor geparkten K 70.




Als ich zur K 70-Gesellschaft zurückkehre gibt es schon wieder Ärger um unseren Nörgler. Dieses Mal hat er einige junge Mitglieder um sich geschart und ätzt über seinen Frust mit bestimmten Vorstandsmitgliedern... wohlwissend, dass diese anwesend sind und zuhören. Meine Befürchtungen, dass er die unbedarften Jungmitglieder durch seine theatralisch vorgetragenen Hasstiraden beeinflusst, bestätigen sich glücklicherweise nicht. Im Nachhinein erfahre ich nämlich, dass einige Herrschaften kurz davor sind, die Veranstaltung zu verlassen. Andere wechseln tatsächlich wutentbrannt das Lokal. Die Situation zieht sich wieder bis in die späten Nachtstunden unter unserem Balkon dahin. Es wird laut beleidigt und gehetzt was das Zeug hält. Somit sorgt der taktlose Zeitgenosse bei diesem Treffen leider bei vielen Teilnehmern für einen faden Beigeschmack.

Es ist schwer einzuschätzen, warum dieses Mitglied hier derart ausfällig auftritt. Das Ergebnis seines ungehörigen Verhaltens bekommt der alte Knabe und seine Gemahlin am nächsten Morgen zu spüren – sie werden prompt und zu Recht von der Gesellschaft gemieden und bleiben allein am Frühstückstisch.

Selbstgemachte Einsamkeit

Das Treffen hat an diesem Montag die Besichtigung eines Kraftwerks auf dem Programm. Dabei erfahren wir, dass Österreich kein einziges Kernkraftwerk am Netz hat. Dieser Staat bezieht seinen Energiebedarf aus Speicher-, Wind-, Fossil-thermischen-, Biomasseheiz- und Laufkraftwerken. Demzufolge stehen wir im Kraftwerk Ybbs-Persenbeug. Hier ist die Donau aufgestaut und treibt mittlerweile 7 Turbinen an, die in Spitzenzeiten 236,5 Megawatt Strom liefern. Zum Kraftwerk gehört auch eine Stauanlage mit zwei Schiffsschleusen. Diese Anlage (und im Flußverlauf zehn Weitere) sorgt unter anderem auch dafür, dass es im Donautal keine Hochwasserschäden mehr gibt.




So viel Technik macht hungrig – der Club belagert kurzerhand den Naglhof einige hundert Meter oberhalb des Kraftwerks. Hier hat man nicht nur eine gute Aussicht, man speist auch vorzüglich. Grundsätzlich gilt übrigens: die Preise für Speisen und Getränke sind in dieser Gegend Österreich erfreulich normal.



Anschließend führt uns Konrad übrigens noch in ein Traktorenmuseum... als die ersten Teilnehmer zur Heimreise aufbrechen. Damit endet der offizielle Teil dieses Pfingsttreffens und es beginnt zu regnen. Das ist dann auch der Grund, warum es in dieser Nacht mal still unter unserem Balkon bleibt.

Aufgrund der weiten Anreise bleiben ein paar K 70-Fahrer noch ein paar Tage in der Nähe. Peter Rodenberg hat Konrad versprochen, die Scheinwerferanlage seines K 70 zwecks effektiverer Lichtausbeute auf Relaisschaltung umzurüsten. Ich bereite währenddessen den Artikel „Ein Blick in deine Welt“ über Konrad vor, fotografiere, überfliege Konrad's Anwesen für Bilder aus der Luft mit meiner Drohne. Es wird gegrillt, es wird geschraubt, es wird gelacht. Auch Konrad's zweiter K 70 bekommt besseres Licht. Gegen Abend beginnt es wieder zu regnen, wir erzählen derweil Geschichten in lustiger Runde in Konrad's Küche.




Am nächsten Tag unternehmen Rodenbergs und wir eine kleine Rundfahrt. Wir überqueren in Ybbs die Donau am Kraftwerk und fahren links der Donau Richtung Grein. Gegenüber von Willersbach und unserem Hotel setzen wir uns in den mitgebrachten Campingstühlen ans Donauufer und trinken unser „Getränk des Treffens“, Grieskirchner Zitronen-Radler, naturtrüb (gibt's beim Hofer!). So lässt es sich aushalten! Wir beschließen, zusammen noch ein paar Kilometer donauaufwärts zu fahren. Nach ein paar Kilometern, kurz vor Hirschenau, übertreten wir die „Grenze“ nach Oberösterreich. Die ist nur auf dieser Seite des Donauufers zu überfahren, ansonsten verläuft sie immer mitten auf dem Fluß. Wir folgen der Bundesstraße 3, vorbei an Sarmingstein, St. Nikola und dem Werfenstein. Es ist eine romantische Strecke, die jedem einzelnen Bogen der Donau folgt und an altertümlichen Häusern vorbeiführt. Hinter Grein biegen wir nach links auf die B 119 und überqueren wieder die Donau. Jetzt geht es bergauf, bergab über Schaltberg, Neustadl, Kroißenreith, Nabbeg, Lehmgrub und Schlaghof wieder nach Freyenstein an der Donau entlang. Ich kenne Österreich ein wenig aus einigen Urlauben in meiner Kindheit und Jugend. Diese kleine Runde von knapp 50 Kilometern gibt in Kurzform wieder, wie es vielerorts in Österreich ist.



Konrad fällt nachmittags noch eine Sehenswürdigkeit ein – er führt uns nach Amstetten in ein privates Museum. Hier hat ein Sammler alles Mögliche zusammengetragen. Es gibt alte Autos, Motorräder, Fahrräder aber auch Jagdtrophäen, ausgestopfte Tiere, und alte Kleidungsstücke zu sehen. Die Menge der Exponate ist riesig... die Hallen platzen förmlich aus allen Nähten. Abschließend werden bei Franzi und Konrad am Hengstberg noch Grillgutbestände (vom Vortag) dezimiert... der Tag klingt erneut bei heiteren Gesprächen in der Küche aus.




Nachdem Rodenbergs am nächsten Morgen abgereist sind, hat Konrad nachmittags noch ein besonderes Schmankerl für uns. Sein Spezl Hans besitzt ein Boot und hat uns zu einer Fahrt auf der Donau eingeladen. Martina und Ralf Knispel sind auch dabei. Pünktlich wartet Hans in Freyenstein am Anleger auf uns. Martina hat sich mit Reisetabletten gegen Seekrankheit vollgepumpt. Als alle Platz genommen haben, lässt Hans das Boot so richtig von der Leine. 265 PS bringen den Zweitonner auf über 70 km/h. Die digitale Anzeige vor dem Ruderrad zeigt, dass die Donau stellenweise bis zu 18 Meter tief ist und die Wassertemperatur 17 bis 18°C beträgt (… und da hab ich vor ein paar Tagen drin gebadet...brrrrrr!). Wir fahren donauaufwärts bis einige Kilometer hinter die Brücke, über die wir gestern hinter Grein mit den Autos gefahren sind. Und donauabwärts geht es bis zum Kraftwerk bzw. zur Schleuse nach Ybbs-Persenbeug. Als Hans zur Rückkehr wieder richtig den Hahn aufreisst, verabschiedet sich Ralf's neue Sonnenbrille in die Gischt der Schiffsschrauben. Als wir wieder anlegen sind alle hellauf begeistert von dieser Fahrt. Wir bedanken uns bei Hans und seiner Frau Rosa mit einem zünftigen Abendessen im Gasthof Krenn.




Nun steht auch für uns die Rückreise auf dem Programm. Nach dem Frühstück folgen wir der österreichischen A1 Richtung Salzburg, wechseln dort über die Grenze in den Freistaat Bayern und schlagen uns dann über die A8 nach Starnberg durch. Viel Verkehr (Bayern hat Pfingstferien!) lässt mich erst gegen 15.30 Uhr statt um 14.00 Uhr bei Thomas Ammerschläger eintreffen. Ich treffe den Diplomingenieur (er hatte bei NSU mit am K 70 entwickelt, s. letzte Ausgabe der K 70-POST) in seinem Appartement, um weiteres Bild- und Textmaterial zu erhalten. Wir unterhalten uns noch nett mit ihm und seiner Frau, machen ein Foto in der Tiefgarage vor unserem K 70 und brechen dann auf Richtung Hillscheid/Westerwald... wo wir sechs Stunden später endlich ankommen.

Diplomingenieur Thomas Ammerschläger mit mir am K 70... die Stelle, an der er die Haube meines Autos berührt hat, 
werde ich nie wieder waschen

Am nächsten Morgen holen wir unser frisch inspiziertes Cabrio ab, tanken beide Fahrzeuge voll und nehmen dann die restlichen 350 Kilometer unter die Räder.

Am Ende haben wir für dieses Treffen etwa 2.600 Kilometer zurückgelegt und dafür etwas über 220 Liter feinstes Super konsumiert... das ist ein Schnitt von etwa 8,5 Liter/100km. Da kann man eigentlich nicht meckern.

Apropos Meckern: unser Nörgler vom Treffen hatte sich nachts lauthals beschwert, dass er dem Club-Vorstand mal so richtig die Meinung geigen wollte... wenn nur die Jahreshauptversammlung nicht in Luxemburg stattfinden würde (… wer denn eigentlich auf die dämliche Idee gekommen sei?). Diesem Wunsch wird nun kurzfristig entsprochen! Die Jahreshauptversammlung wird für ihn in einem Wirtshaus quasi direkt vor seiner Haustür stattfinden (Näheres dazu auf Seite...). Wir sind alle sehr gespannt auf seinen Vortrag.




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