Sonntag, 27. November 2011

Reizverschlussverfahren

Ich verfüge zwar über eine ziemliche Geduld – aber irgendwann platzt auch mir mal der Kragen. Wie werde ich nun meines hohen Adrenalinspiegels wieder Herr?

Eine eMail an die Geschäftsführung einer Spedition, die ich gerade versendet habe, erklärt, worum es überhaupt geht:
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Sehr geehrter Herr Schlüter,

ich nehme folgenden Vorfall zum Anlaß, ihnen diese Mail zu schreiben:

Ich (Fahrlehrer) befuhr mit einer Fahrschülerin (am Steuer meines Fahrschulautos) am Freitag, dem 25. November 2011 gegen 10.30 Uhr die Autobahn A1 kurz vor der Abfahrt Osnabrück-Hafen. Wenige Kilometer zuvor wurde die Sperrung des linken Fahrstreifens angekündigt – somit standen dem Verkehr nur noch zwei Fahrstreifen (der ansonsten dreispurigen Autobahn) zur Verfügung. Auf dem rechten Fahrstreifen reihte sich ein LKW am anderen.

Ein LKW ihrer Spedition (amtl. Kennz. MK-|*******|) blockierte die, dem PKW-Verkehr (lt. StVO) vorbehaltene, verbleibende, linke Spur.
Der dickfellige Brummifahrer versperrt uns absichtlich den Weg
Ihr Fahrer wechselte jedoch nicht auf den rechten Fahrstreifen, sondern hielt mittig auf der Autobahn an (sowohl der rechte als auch der linke Fahrstreifen wurden somit komplett blockiert). Einige nachfolgende Verkehrsteilnehmer wichen auf die, an sich gesperrte (aber freie), linke Fahrspur aus und überholten das Hindernis dort hupend.
Rien ne va plus! Alles hört gefälligst auf Trucker's Kommando
Da ihr LKW offensichtlich ein Problem hatte (er stand dort schließlich im Wege), entschlossen auch wir (Fahrschule) uns, links daran vorbei zu fahren. Dabei war gut zu erkennen, dass ca. 250 Meter VOR dem LKW ihrer Spedition die mittlere Spur frei war. Anschließend wechselten wir natürlich wieder auf den mittleren Fahrstreifen – wurden aber augenblicklich wiederum von ihrem LKW (natürlich auch über den gesperrten linken Fahrstreifen) überholt.
Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg' auch keinem anderen zu!
Obwohl die Verkehrslage ein Einordnen nach rechts (insbesondere auf den ganz rechten Fahrstreifen – die anderen Verkehrsteilnehmer hätten dies ermöglicht) zuließ, versperrte uns ihr Fahrer bei seinem Zurückkehren auf den mittleren Fahrstreifen nun mutwillig die Weiterfahrt und hielt QUER ÜBER DIE AUTOBAHN ohne ersichtlichen Grund an. Er blockierte demzufolge die gesamte Autobahn.
Bis zur eigentlichen Engstelle auf der Autobahn, besetzte ihr LKW dann wieder die beiden Fahrstreifen durch mittiges Fahren. Sowohl alle ihm folgenden LKW als auch PKW wurden nachhaltig (und offensichtlich bewusst) behindert.

Als Fahrlehrer fällt mir zum Verhalten ihres Fahrers nur ein:

ein offensichtlich charakterlich nicht geeigneter Mensch (wie ihr Fahrer) hat auf einem LKW dieser Länge und diesen Gewichtes NICHTS zu suchen. Ein Wahnsinniger in einer solchen Gemütsverfassung ist eine Bedrohung für sämtliche Verkehrsteilnehmer.

Es ist zudem wichtig, dass solche Fahrer zukünftig aus dem Verkehr gezogen werden, denn sie schädigen mit solchen hirnlosen Gewaltaktionen nicht nur den Ruf aller Berufskraftfahrer sondern auch den Ruf ihrer Spedition.


Schön, dass sich Berufskraftfahrer seit einiger Zeit besonders qualifizieren müssen.
Bringen sie ihrem aggressiven Fahrer bitte wenigstens bei, wie JEDER VERKEHRSTEILNEHMER sich beim REISSVERSCHLUSS-VERFAHREN zu verhalten hat. Es ist bei seiner Fahrweise allerdings durchaus davon auszugehen, dass es einige weitere schwerwiegende Defizite in seiner Fähig- und Fertigkeit als Fahrer eines schweren Lastzuges gibt. Anbetrachts der momentanen Häufigkeit von schweren Unfällen unter Beteiligung von LKW, MUSS ES DOCH NICHT ERST TOTE GEBEN, oder?

Mit freundlichem Gruß

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Meine Frau brachte mich schließlich noch auf die Idee, diese Schilderung auch an eine Online-Wache der zuständigen Polizei weiterzuleiten – habe ich gemacht!

Mal sehen, wie sich dieser Fall entwickelt – ich werde davon berichten.

Gestern fand ich übrigens bei Facebook noch ein Posting meiner Fahrschülerin.

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