Samstag, 10. September 2011

11. September 2001 - Bittere Erinnerungen an Nine Eleven




Brötchentüten-LKW
Zehn Jahre ist es nun her.

An jenem Dienstagmorgen war ich seit 9 Uhr inzwischen über 350 Kilometern mit einem weißen Mitsubishi Canter, also einem kleinen Sechs-Tonnen-LKW, kreuz und quer durch den Westerwald und Taunus unterwegs um dort ansässigen Bäckereien mit Werbung bedruckte Brötchentüten zu bringen. An diesem Tag musste ich noch drei Europaletten mit jeweils 50.000 Papiertüten ausliefern – dafür waren noch gut 250 Kilometer zurückzulegen. Übernachten wollte ich, entgegen meiner sonstigen Hotel-Gewohnheiten, etwas südlich von Frankfurt bei einer guten Freundin meiner damaligen Frau.
Unterwegs zu Bäckern
Zur besten Kaffee- und Kuchenzeit, kurz nach 15 Uhr, ich hatte gerade die Ladebordwand des Canters ordnungsgemäß verschlossen und wieder hinter dem Lenkrad Platz genommen, ließ mich eine Radiodurchsage aufhorchen. In äußerst beunruhigendem Ton wurde dort von einer eiligen Sondersendung und dramatischen Vorgängen gesprochen - ich drehte etwas lauter. Man berichtete von einem Unglück –  wenige Minuten zuvor sollte ein Flugzeug in ein New Yorker Hochhaus geflogen sein. Der Tower brannte.
Unfassbare News aus den USA        
Foto: Internet

Erschütternde Bilder        
Foto: Internet  


Während ich meine Fuhre nun in Richtung der nächsten Bäckerei dirigierte, folgte ich den beinahe minütlich aktualisierten Rundfunkinformationen aus Amerika – und die wurden immer beängstigender.

Denn kaum eine viertel Stunde später folgte eine neue Horror-Meldung. Ein zweites Flugzeug war in ein ähnliches Hochhaus gelenkt worden – bei den Häusern handelte es sich um New York City's höchste Bürotürme, nämlich die des World Trade Centers, dem Welthandelszentrum in Lower Manhattan.

Die Zwillingstürme brannten nun beide. Mit diesem zweiten Unglück wurde der Welt schlagartig klar, dass es sich bei diesen grausamen Ereignissen um Terroranschläge und nicht um Unfälle handelte.
Zerstörtes Pentagon        
Foto: Internet  

Die vierte Maschine hatte ihr Ziel, das Capitol, verfehlt        
Foto: Internet
Noch während die verängstigten Menschen sich fragen konnte, wer wohl für ein solches Verbrechen verantwortlich zeichnete, krachte ein drittes Flugzeug in den Hauptsitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums, das Pentagon bei Washington und weitere zwanzig Minuten später starben alle 44 Insassen einer vierten von Attentätern entführten Maschine beim Absturz in Pennsylvania auf das Gelände einer verlassenen Kohlengrube. Eigentlich sollte sie ins Capitol, den Amtssitz des amerikanischen Präsidenten, fliegen.
Erschütternd: der Kollaps des WTC    
Foto: Internet       


Das alles geschah aus heiterem Himmel innerhalb von 77 Minuten – in Amerika war offensichtlich die Hölle los. 

Wie betäubt lenkte ich weiterhin meinen LKW durch Deutschland, nicht wirklich in der Lage mich vernünftig zu konzentrieren.

Doch das Grauen war noch nicht zuende! Unmittelbar nach dem Absturz der letzten Passagiermaschine meldete der Radiosender, dass der brennende Südturm, der zweite von einem Flugzeug getroffene Wolkenkratzer,  eingestürzt war.
Gigantische Zerstörung - noch nie gesehene Ausmaße        
Foto: Internet  

Total fassungslos musste ich zunächst mit dem LKW stehen bleiben. Ich war momentan unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen.

Während ich ziemlich erschüttert den ständigen Durchsagen am Radio folgte – die laufende Musiksendung war unterbrochen worden, sie wich einer lückenlosen Berichterstattung aus Amerika – brachte das Schicksal seine letzte Karte ins Spiel, denn auch der Nordturm der Twintowers sackte komplett in sich zusammen.
Entsetzliche Bilder zum Trauma        
Foto: Internet  

Diese entsetzlichen Nachrichten bewegten mich zutiefst. Ich saß allein in dieser Fahrerkabine des am Straßenrand abgestellten LKW und hörte mit an, wie auf der anderen Seite der Erdkugel ein Chaos über die Menschen hereinbrach.

Obwohl ich über keinen Fernseher verfügte, konnte ich mir die geschilderten Bilder und Situationen gut vorstellen.
Begegnung der besonderen Art

Frankfurt... das New York Deutschlands
Vollkommen erschlagen und ausgebrannt von den Vorgängen jenseits des Atlantiks setzte ich schließlich meine Fahrt fort. 

Mittlerweile wurden die Rundfunk-Informationen zu den Terrorakten präziser – man wußte unter anderem inzwischen, dass die im WTC eingeschlagenen voll besetzten Maschinen von American Airlines und vom Typ Boeing 767 waren.

Als ich nun am Abend auf der Autobahn den Taunus herunter fuhr und schließlich das Frankfurter Kreuz überquerte, landete just in diesem Moment genau quer über den Highway hinweg solch eine American Airlines-Maschine auf dem Frankfurt Airport. Der Anblick dieses Fliegers und der Frankfurter Skyline mit ihren Hochhäusern verschaffte mir eine unangenehme Gänsehaut.
CNN berichtete rund um die Uhr vom Drama in NY        
Foto: Internet  

Rettungsloser Sturz in die Tiefe - 200 Menschen sprangen in den Tod          
Foto: Internet 

Kaum hatte ich endlich mein Tagesziel erreicht, saß ich auch schon vor einem Fernsehgerät. Die Filmdokumente aus dem fernen New York zogen mich komplett in ihren Bann. Wie versteinert ließ ich die schrecklichen Vorgänge des Tages wieder und wieder an meinen Augen vorbeiflimmern...

Ich werde die an den brennenden Fassaden herunterfallenden Menschen (200 Personen), das explodierende Kerosin (insgesamt ca. 90.000 Liter), die gigantischen Staub- und Geröllwolken der zusammensackenden Türme (WTC 1: 417 Meter und WTC 2: 415 Meter hoch, 110 Etagen) und die verzweifelt durch die pulverisierten Straßen irrenden, weinenden Menschen nie vergessen.
Ohne Chance im freien Fall          
Foto: Internet    

Ein Bild des Jammers        
Foto: Internet 

Wer hatte dieses Leid verdient und wer war dafür verantwortlich?

Mindestens 2.746 Tote in und an den beiden Türmen des WTC, davon 147 in den beiden Flugzeugen,
343 Feuerwehrleute, 60 Polizisten, und 8 Sanitäter sowie 84 Mitarbeiter der Hafenbehörde,

59 Passagiere und Besatzungsmitglieder starben in dem Jet, der ins Pentagon flog, im Pentagon selbst mussten 184 Menschen ihr Leben lassen,

44 Passagiere und Besatzungsmitglieder, starben in Pennsylvania beim vierten Absturz.

Der Tod von 1.100 Personen in New York bleibt ohne Reste des Körpers, die beerdigt werden könnten. Diese Leichname müssen förmlich pulverisiert worden sein.

Über 3.200 Kinder haben durch die Anschläge ihre Eltern verloren.

Die Zahl der akut an dem Tag verletzten Personen wurde in US-Medien mit über 6000 genannt.

17.410 Personen wurden aus den WTC-Gebäuden rechtzeitig vor deren Kollaps evakuiert.

Lediglich 20 Menschen wurden aus den Trümmern gerettet.
Der gesuchteste Verbrecher der Welt... ist inzwischen tot      
 Foto: Internet  

Die namentlich bekannten 19 Flugzeugentführer gehörten zur islamistischen Terrororganisation al-Qaida, deren Führer Osama bin Laden die Planung des Anschlags später auch zugab. 

Am 2. Mai 2011 erschossen US-Soldaten ihn bei der Erstürmung seines Anwesens in Abbottabad, Pakistan.
Gespenstische Ruhe nach der grausamen Katastrophe an Ground Zero
Foto: Internet



"Nine Eleven" - Dieser terroristische Massenmord hat die Welt verändert – nichts ist mehr, wie es früher mal war. Der 11. September 2001 hat weltweit ein Trauma ausgelöst und ist der Inbegriff für Angst und Hilflosigkeit geworden. Auch ich habe damals seine Höllen - Atmosphäre über 6000 Kilometer entfernt mehr als deutlich gespürt – die medialen Informationen haben in mir bleibende Spuren hinterlassen und eine tiefe Erschütterung und Betroffenheit ausgelöst.

Ich gedenke aller "Nine-Eleven"-Opfer und hoffe auf allseitige, baldige Einsicht; alle Menschen sind gleich und haben nur ein Leben. Die Erde bietet genug Platz für ein friedfertiges Miteinander.

Kommentare:

  1. Ich denke derart apokalyptische Ereignisse prägen die Erinnerung besonders nachhaltig... Ich wette, wenn man in der 50er Jahren Zeitzeugen fragte, was sie taten als die Nachricht der Titanic -oder Hindenburg-Katastrophe sie erreichte, sie hätten es auch genau gewusst.

    Mir ging es am 9.11. ähnlich wie dir. Ich war mit dem Reisebus auf dem Weg von Venedig zurück nach Cesenatico, als mich eine verwirrende SMS meines Cousins erreichte. Im ersten Moment hoffte ich noch, er war vielleicht bei einem Michael Bay-Actionfilm eingeschlafen, und noch nicht richtig wach.
    Dann ging eine förmliche Welle der SMS-Piepgeräusche durch den Bus, betroffene Gesichter machten sich im Innenspiegel breit, da ahnte ich, etwas war passiert, das die Welt nachhaltig veränderte.

    Ich persönlich habe einige Gedanken zu dem Thema, den ein Regierungshöriger(er) Zeitgenosse sicher als "Verschwörungstheorie" abtun würde, aber für mich ist da DERART viel merkwürdiges abgegangen... Und den amerikanischen Regierungen traue ich so ziemlich alles zu!

    AntwortenLöschen
  2. ... ich habe da etwas gefunden, was mir den Atem stocken und das Herz rasen lässt. Nachdem ich mir das Video in seiner kompletten Länge angesehen habe, hat sich meine Sicht auf die Dinge entscheidend verändert. Die Aussagen in der Dokumentation scheinen weitestgehend plausibel.

    Meine Bitte: wer fast zwei Stunden Zeit hat, der sollte sich diesen Films mal ansehen! Ich bin eigentlich kein Mensch, der vorschnell irgendwelchen Behauptungen traut. Natürlich habe auch ich schon viel von den Verschwörungstheorien in Bezug auf 9/11 gehört, gelesen oder gesehen. Aber diese Dokumentation macht mich sehr nachdenklich und nervös.

    Entspricht das wirklich der Wahrheit? Das wäre ja schrecklich! Ich bin echt ratlos!

    Hier der Link zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=SyUw_tqlciU#t=6142

    AntwortenLöschen